mb bei Pixartix

29. August 2014 § Ein Kommentar

Foto: mb

Foto: mb

Während wir eindringlich hoffen, dass Nietzke auf seiner beschwerlichen Heimreise nicht strauchelt, organisiert mb bei Pixartix ein Meeting. Bei uns hier geht es beschaulicher zu. Wir zeigen ein Klassentreffen. Einige versuchen zu glänzen, und andere haben schon ganz schön Rost angesetzt.

dm

Sommerloch-Stories 2014, Teil19

27. August 2014 § 3 Kommentare

Aeroplane-Piloten im Landeanflug. Zeichnung: Dieter Motzel

Aeroplane-Kapitäne im Landeanflug. Zeichnung: Dieter Motzel

Sommerloch-Stories 2014, Teil19

Nietzke geht in die Luft.

Um unabhängiger von den unsicheren und gefahrvollen Handelswegen durch die nordhesssichen Wälder zu werden, haben weitsichtige Kasselaner ein Waldstück gerodet und darauf einen kleinen Aeroplanhafen gebaut. Mit den wenigen Start- und Landeversuchen pro Tag fällt er unter die internationale Kategorie: Nutzlos. Dies hinderte Nietzke allerdings nicht, sich dort nach Abflugmöglichkeiten umzusehen. Das Angebot war schmal, eine Luftreise nach Sylt längst überbucht. Insel ist Insel, dachte sich der Reiseveranstalter, Meer ist Meer, und versicherte den Einheimischen glaubhaft, dass die Reise nach Mallorca ginge. Desweiteren wurden noch zwei Rundflüge über die Rhön angeboten. Jeweils mit Absprungmöglichkeit über dem Zielgebiet. Kein Glück hatte Nietzke, als er versuchte mit einigen der tollkühnen und waghalsigen Aeroplane-Kapitäne ins Gespräch zu kommen. Legendär ist ihre Leidenschaft, mit der sie jede Nacht im Tiefflug die Grenze zur Bundesrepublik überfliegen, um die nordhessische Bevölkerung mit Artikeln des täglichen Bedarfs zu versorgen. Entmutigt verließ Nietzke den kleinen Aeroplanhafen Kassel-Calden1, um auf dem Landweg sein Glück zu versuchen. Wir bleiben dran!

dm

Die wahren Helden der Lüfte. Nordhessische Schmuggler. Zeichnung: Dieter Motzel

Die wahren Helden der Lüfte. Nordhessische Schmuggler. Zeichnung: Dieter Motzel

(1 Schlaumeier-Fußnote vom Haushundhirsch: „Calden“ ist ein örtlicher Dialektausdruck, dessen Bedeutung in etwa mit „kalt erwischt“ übersetzt werden kann. Im südhessischen Dialekt, der allgemein als zivilisierter angesehen wird, ist die Redewendung „des wor aber mol en kalde“ gebräuchlich. Sie bezieht sich immer, in verschiedenen sprachlichen Ausformungen, auf Kassel-Calden. Ferdisch.)

Sommerloch-Stories 2014, Teil18

26. August 2014 § 2 Kommentare

Aus einer Reklame von Lucia Solimori

Aus einer Reklame von Lucia Solimori

Sommerloch-Stories 2014, Teil18

Endlich auch bei uns: Die Wahrheit!

Nietzke hat Kassel mit unbekanntem Ziel verlassen. Der Herbst scharrt mit den Hufen und schon bald wird er sicherlich den Sommer hinter sich lassen, der dann nur als die Erfindung unserer Erinnerung zurück bleiben wird. Die Chancen, noch aktive Sommerlöcher aufzuspüren, sind rapide gesunken. Während ein massives Heimweh Nietzkes Schritt beschleunigt, ließ er uns noch ein Bild zukommen, das er wohl einem Reklamezettel von Lucia Solimori entnommen hatte. Ein Bild, das angeblich ihren Vater zeigt, der noch bis ins hohe Alter regelmäßig entflaust werden musste. Wir haben unsere Zweifel, ob dieses Bild echt ist, und denken eher, dass ein Werbefuzzi hier kräftig manipuliert hat. Wie Jedermann weiß, treten Flausen eher als unscheinbare Flocken aus, und keinesfalls in Kreisen, wie uns diese Abbildung vormachen möchte.

Die Entlausung eines pubertierenden Mädchens im Jahre 1884.

Die Entflausung eines pubertierenden Mädchens im Jahre 1884.

Die Entflausung eines älteren Mannes. Zeichnungen: Pavel Koboltik

Die Entflausung eines älteren Mannes. Zeichnungen: Pavel Skoboltik.

Um uns zu vergewissern, haben wir ein wenig recherchiert und fanden zwei Bilder des Prager Künstlers Pavel Skoboltik (1843-1904), der 1884 einer Entflausung beiwohnen durfte und diese in zahlreichen dokumentarischen Zeichnungen festhielt. Auf diesen eindringlichen Bildern ist ganz deutlich zu sehen, dass von Kreisen nichts zu sehen ist. Das bestätigt uns in der Annahme, dass Bildern grundsätzlich zu misstrauen ist, insbesondere Reklamebildern. Wir bleiben weiter dran und schauen, dass Nietzke nicht vom richtigen Weg abkommt!

dm

Sommerloch-Stories 2014, Teil17

25. August 2014 § 10 Kommentare

Eine Entflausung. Zeichnung: Dieter Motzel

Eine Entflausung. Zeichnung: Dieter Motzel

Sommerloch-Stories 2014, Teil17

Nietzke bei einer Entflausung.

Der diesjährige Sommer hat sich verabschiedet, und somit werden wohl auch die letzten Sommerlöcher ihre Winterquartiere aufsuchen. Nietzke ist noch in Kassel und hatte die Gelegenheit, einer Veranstaltung mit dem bekannten Medium Lucia Solimori beizuwohnen. In einer geheimnisvollen Zeremonie vor einem interessierten Publikum, entflauste sie einige junge Männer, die anschließend einigermaßen paralysiert und orientierungslos durch den kleinen Ort liefen. Sie werden sich sicher erholen, so wie sich Kasselaner immer zu erholen wussten und sich mit allen Widrigkeiten, die ihnen ihr karges Leben in den Weg legte, arrangierten. Einer der letzten Versuche, diese kleine menschliche Ansiedlung der Natur und dem Wald zurückzugeben, unternahm der unbekannte Künstler Joseph Beuys im Jahre 1982. In einer „Rückbesinnung zur alten Organisationsstruktur“, versuchte er mit 7000 Eichen den Weiler mit Wald zu überpflanzen. Obwohl der emsige Künstler es schaffte, bis 1987 sämtliche Eichen in die Erde zu stecken, misslang der Versuch. Die findigen Kasselaner versetzen ihre Hütten einfach mehrere hundert Meter nach links, und sie konnten so die völlige Überwaldung verhindern. Was aus dem Künstler wurde, ist uns nicht bekannt, allerdings hörten wir, dass er ständig Ärger mit dem Reinigungspersonal hatte. Wir bleiben dran!

dm

mb bei Pixartix

22. August 2014 § 12 Kommentare

Foto: mb

Foto: mb

Während Nietzke auf der Suche nach Belustigung durch Kassel schlendert, zeigt mb heute bei Pixartix eine Lichtung. Da wir Lichtungen ganz allgemein mögen, zeigen wir bei uns auch eine.

dm

Sommerloch-Stories 2014, Teil16

21. August 2014 § 6 Kommentare

Die Biegsamkeit des Menschen. Zeichnung: Dieter Motzel

Die Biegsamkeit des Menschen. Zeichnung: Dieter Motzel

Sommerloch-Stories 2014, Teil16

Nietzke sucht das Nachtleben.

Frei, er wollte frei haben, unser Nietzke. Vermutlich meinte er damit so etwas wie Urlaub, wie auch immer, wir äußerten unser völliges Unverständnis. So eine Feudalherrschaft hat eben auch gute Seiten, wenn man der Bestimmer ist. Kasselaner sind daran gewöhnt, Nietzke eigentlich auch. Friedrich II, seines Zeichens ehemaliger Feudalherr von Hessen-Kassel, hatte während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, der Nordamerika von 1776 bis 1783 heimsuchte, auch keinerlei bedenken, 12.000 Männer aus seinen Wäldern zu fangen, um sie in der Neuen Welt an der Seite der Engländer kämpfen zu lassen. Sein Schwager, der englische König, brauchte eben dringend Kanonenfutter für seine nordamerikanischen Kolonien. In den USA ist das Wort „die Hessen“ immer noch ein Synonym für deutsche Söldner im Unabhängigkeitskrieg. Wir rieten Nietzke, sich lieber von jedweder Obrigkeit vor Ort fernzuhalten. Aus der Ferne betrachtet wussten wir nicht so recht, inwieweit sich die Zustände in Kassel geändert haben. Wir gestatteten ihm allerdings einen Ausflug ins Nachtleben von Kassel. Da konnten wir unbesorgt sein, denn das existiert nicht! Überraschend für uns, als Nietzke berichtete, am gestrigen Abend eine Varieté-Veranstaltung besucht zu haben, bei der es ausschließlich um die Biegsamkeit des Menschen ging. Wir bleiben dran!

dm

Sommerloch-Stories 2014, Teil15

20. August 2014 § 4 Kommentare

Der stärkste Mann der Welt. Zeichnung: Dieter Motzel

Der stärkste Mann der Welt. Zeichnung: Dieter Motzel

Sommerloch-Stories 2014, Teil15

Nietzke treibt seine Schweine durchs Dorf.

Nackt, wie Zeus ihn schuf, thront Herkules über dem kleinen Weiler Kassel und strullert ins Tal. Eine Machtdemonstration. Weithin sichtbar schreckt er Freund und Feind gleichermaßen ab. So konnten die Kasselaner immer unter sich bleiben und kamen ohne große Besitzerwechsel aus. Einer der stärksten Männer des griechischen Götterimperiums wacht über ihre kleine Ansiedlung. Nietzke war mächtig beeindruckt und klopfte dem Kerl auf die Schulter. Wir mussten dabei unwillkürlich an Otto, den Teutonen, denken, der lange Jahre als der stärkste Mann der Welt galt. Am 23. Juli 1923 stellte er sich einem Sommerloch entgegen, das aus Richtung Neufundland kommend, in Frankreich anlandete und europäischen Festlandboden betrat.

Otto, der Teutone, in einem heroischen Kampf mit dem Sommerloch. Archivbild: Haushundhirsch.

Otto, der Teutone, in seinem heroischen Kampf mit dem Sommerloch. Archivbild: Haushundhirsch.

Auf einer Jahrmarktsveranstaltung in Brest entwickelte sich ein epochaler Kampf auf Leben und Tod, der 32 Stunden währte. Ein hartes und zähes Ringen, bei dem sich keiner der beiden Gegner etwas schenkte, endete mit einem völlig erschöpften Otto, der gänzlich von dem neufundländischen Sommerloch verschlungen wurde. Seit dem 25. Juli 1923 ist nun der Kasseler Herkules der unumstritten stärkste Mann der Welt, und er wurde sogar in die Weltkulturerbeliste der Unesco aufgenommen. Das ist so etwas wie die „Hall of Fame“ für Muskelpakete. Wir bleiben weiter dran!

dm

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