17 Personen, die noch niemals einen Nobelpreis bekommen haben

31. Oktober 2014 § 5 Kommentare

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Alle Zeichnungen aus einem Skizzenbuch, 30 x 30 cm: Dieter Motzel

Alle Zeichnungen aus einem Skizzenbuch, 30 x 30 cm: Dieter Motzel

Wir sind erschüttert, …

30. Oktober 2014 § 5 Kommentare

Foto: dm

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Wir sind erschüttert, …

haben aber noch alle Tassen im Schrank.

Obwohl ich uns eher als ruhige Zeitgenossen beschreiben würde, können doch schon mal die Wände wackeln. Aber niemals so doll, dass ganz Südhessen bebt, obwohl der Nachbar unter uns dazu eine ganz andere Meinung hat. Gestern Abend wackelten sie wieder, die Wände, und wir waren nicht schuld. Die Stärke des Erdbebens wurde mit 3,5 angegeben und sein Zentrum lag einige Kilometer südöstlich von Darmstadt. In der Innenstadt sitzend, spürten wir es noch heftig. Mittlerweile sind wir hier Profis für wackelnde Wände, es war nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass es in den Eingeweiden der südhessischen Region rumorte. Das letzte spürbare Erdbeben ist erst im September aufgezeichnet worden. Dem Epizentrum persönlich recht nahe kamen wir im Mai. Bei schönem Wetter saßen wir in Freundesrunde im Freien, als sich die Erdkruste bemerkbar machte. Ein Gefühl, das in seiner Intensität schwer zu beschreiben ist. Es waren drei mächtige Wellen, die sich unter unseren Füßen ausrollten, und sie waren mit einer unglaublichen Deutlichkeit zu spüren. Damals lag die Stärke des Bebens bei 4,2, und es ließ in der Gegend nicht nur die Wände, sondern ganze Hochhäuser wackeln. Was blieb, waren Setzrisse an Gebäuden, lose Ziegel und Kamine, die abgetragen werden mussten. Derartig erlebte Naturgewalt macht schnell klar, wie instabil der Boden unter unseren Füßen tatsächlich ist. Das Landesamt für Umwelt und Geologie hat in der Region um Darmstadt seit März 2014 über 70 Erdbeben registriert. Das Landesamt sagt dazu auch: „Geologisch gesehen ist die Erdbebenaktivität eine Folge des Wechselspiels zwischen den aus der Kollision von afrikanischer und europäischer Platte resultierenden Spannungsfeld und alten Bruchstrukturen.“ Vielleicht wäre es nun an der Zeit, einmal ordentlich mit der Faust auf den Tisch zu hauen, denn der Oberrheingraben will tektonisch einfach keine Ruhe geben. Aber das ist alles nichts gegen den Erdbebenschwarm, der die Region von 1869 bis 1871 heimsuchte. Damals wurden etwa 2000 Erdstöße beobachtet. Gut möglich also, dass heute bei uns wieder die Wände wackeln, den Nachbarn schicken wir dann mit seiner Beschwerde zum Oberrheingraben.

dm

Verschlossen

29. Oktober 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Käfer

28. Oktober 2014 § 4 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Käfig

27. Oktober 2014 § 6 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Frau-Nauses und die Insel

24. Oktober 2014 § 16 Kommentare

Foto: dm

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Frau-Nauses und die Insel.

Ob Johannes Bückler jemals bei Frau-Nauses war, ist nicht bekannt. Aber er war mehrmals in Semd und verprügelte dort in einem Gasthaus den bekannten Odenwald-Räuber Johann Adam Heusner. Ja, das waren Zeiten. Im ausgehenden 18. Jahrhundert räuberte es an allen Ecken, so auch im beschaulichen Odenwald. Johannes Bückler kennen wir unter dem Namen Schinderhannes. Der vielleicht bekannteste und populärste Räuber Deutschlands. Vermutlich hat er diesen Ruhm eher Carl Zuckmayer und einigen verklärenden Filmen zu verdanken, als seinen historischen Taten. Der Bubi war unter den damaligen Räuberbanden eher ein kleineres Licht und hauchte schon mit 24 Jahren an einem Galgen im damals französischen Mainz sein Leben aus. Den Namen Schinderhannes verdankte er übrigens nicht den ihm zugeschriebenen räuberischen Greueltaten, sondern seinem Beruf. Er hatte Schinder gelernt, und das ist nur ein anderes Wort für Abdecker, also Leute, die für eine Verwertung von tierischen Kadavern zuständig waren. Die Gegend um Semd im Odenwald war sein Rückzugsgebiet, wenn ihm der Boden auf linksrheinischem Gebiet für seine Gaunereien zu heiß wurde. Und was hat das mit Frau-Nauses zu tun? Eigentlich wenig, aber ich finde den Namen einfach zu schön, um ihn unter den Tisch fallen zu lassen. Frau-Nauses ist ein winziges Dorf, das ebenso wie das erwähnte Semd heute zur Stadt Groß-Umstadt gehört.

Foto: dm

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Die schönsten und interessantesten Hügel im Land sind immer solche, die in Flaschen abgefüllt werden. In Weinanbaugebieten, und Groß-Umstadt ist ein Weinanbaugebiet, ist das eine gebräuchliche Methode, um einem Berg eine elegante Form und einen guten Geschmack zu geben. Es erleichtert zudem den Alltag, denn so eine 0,7-Liter-Flasche passt in jede Handtasche, was man von einem Berg nicht unbedingt behaupten kann. Die Gegend um Groß-Umstadt ist auch als „Odenwälder Weininsel“ bekannt. Auf 72 ha werden 32 Rebsorten angebaut. Es verwundert allerdings ein wenig, dass nur auf 3% der Rebfläche Portugieser angebaut wird.

Foto: dm

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Anfang der sechziger Jahre musste Armando Carneiro einen nicht geplanten Stop in Groß-Umstadt einlegen. Sein Motorrad streikte nach 14-tägiger Fahrt quer durch Europa. Die herrschende Diktatur in seinem Land hatte er damals ebenso hinter sich gelassen wie seinen Heimatort Santo Tirso im Norden Portugals. Die Gegend, aus der er stammte, war vom Weinbau geprägt, vielleicht waren es da einfach heimatliche Gefühle, die ihn in Groß-Umstadt bleiben ließen. Er war jedenfalls der erste Portugiese dort. Heute ist in Groß-Umstadt die größte portugiesische Gemeinde in Deutschland versammelt, und jeder achte Einwohner hat portugiesische Wurzeln, nicht wenige dieser Wurzeln reichen in die Region Santo Tirso zurück. Ein wunderbares Beispiel einer gelungenen Integration, denn kein eingeborener Groß-Umstädter würde die Portugiesen jemals als Ausländer bezeichnen, und die Portugiesen würden sich nicht als Ausländer betrachten, obwohl sie natürlich Stolz darauf sind, auch Portugiesen zu sein, aber das ist etwas anderes.

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Wen wundert es da, dass man nach einem Spaziergang durch die Weinberge und durch die schöne kleine Altstadt mit vielen historischen Gebäuden auch anschließend gut portugiesisch Essen gehen kann. Wer den Trubel mag, dem sei das jährliche Weinfest empfohlen. In diesen Tagen kann man erleben, wie Besucher die Zahl der 20.000 Einwohner verzehnfachen und trotzdem der Wein nicht ausgeht. Ansonsten ist es wie überall in Weinbaugebieten: Es lässt sich dort ganz gut leben, wenn gerade kein Schinderhannes in der Nähe ist.

dm

Wachstum

23. Oktober 2014 § 7 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

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