Naturbetrachtung

28. Februar 2015 § 8 Kommentare

Foto: dm

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Silberstreif

Vor einigen Tagen wurde ich Zeuge eines seltenen Naturschauspiels. Milde Temperaturen lockten Mensch und Tier ins Freie, um die Sonnenstrahlen des Vorfrühlings zu genießen. Ein Silberstreif zeigte sich am Horizont. Schon nach wenigen Minuten gesellten sich weitere zu ihm, bis sie den gesamten Himmel bedeckten. Eine Wolke legte auf einem der Silberstreife eine Rast ein, bevor sie ihren beschwerlichen Weg fortsetzte. Es war eine sehr junge Wolke, und man sah ihr an, wie sehr die lange Reise sie erschöpft hatte, obwohl sie doch den ganzen Weg über Rückenwind hatte.

dm

Sputnik

26. Februar 2015 § 6 Kommentare

s.123

Zeichnungen: Dieter Motzel

Zeichnungen: Dieter Motzel

Romantische Landschaft mit weißen Flecken

24. Februar 2015 § 16 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Als es meinem Kugelschreiber zu bunt wurde

22. Februar 2015 § 34 Kommentare

s.119 s.120 s.121 s.122

Alle Zeichnungen: Dieter Motzel

Ein Maler malt

20. Februar 2015 § 8 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

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Ried 12 – Der große Sand

17. Februar 2015 § 18 Kommentare

Foto: dm

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Ried 12 – Der große Sand

Vielleicht wird es Erstaunen, aber ich hatte nicht immer eine Körperlänge von einemmeterachtzig. Es gab Zeiten, in denen ich gut einen Meter kürzer war. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war damals, tiefe Löcher zu graben. Das war schwierig, denn der feinsandige Boden rutschte immer wieder nach und verhinderte so den Bau eines großzügigen Tunnelsystems unter unserem Garten. Diese Angewohnheit, tiefe Löcher zu graben, verwuchs sich in den letzten Jahren. Der feine Sand allerdings blieb, und er war auch schon lange vor meinen unterirdischen Aktivitäten hier gewesen. Während der letzten Eiszeit haben sich westlich von Darmstadt riesige Sanddünen angehäuft. Feiner kalkhaltiger Treibsand wurde vom Rhein hierher geweht und überdauerte die Zeit.

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Auf einer dieser Sanddünen beginnt auch Elisabeth Langgässers Roman „Gang durch das Ried“, der 1936 erschien. Dem einzigen Stück nennenswerter Literatur, das im südhessischen Ried spielt. Der erste Satz in diesem Buch lautet: „Im Spätherbst des Jahres 1930 ging ein Mann über das verlassene französische Lager, das früher ein deutsches gewesen war und sich zwischen der hessischen Hauptstadt, … … … und dem großen Sande dahinzieht.“ Die hessische Hauptstadt ist Darmstadt und der „große Sand“ zieht sich westlich davon, bei dem kleinen Städtchen Griesheim, zum Ried hin. Das „verlassene französische Lager“ gab es, wie vieles andere in diesem Buch, tatschlich. Es wurde im Jahr 1930 geräumt, bis dahin war dieses Gebiet bis an die Stadtgrenze Darmstadts von 1918 bis 1930 von Frankreich militärisch besetzt. Elisabeth Langgässer wusste, wovon sie schrieb, kannte Zeit und Gegend aus eigener Anschauung. Sie unterrichtete als Volksschullehrerin bis 1928 im damals französischen Griesheim.

 

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Der „große Sand“ ist von unserer Haustür knapp zehn Autominuten entfernt, und bei schönem Wetter wagten wir die Fahrt dorthin, nachdem ich die Strecke als unbedenklich eingestuft hatte. Vor neunzig Jahren hätten wir auf diesen paar Kilometern die französische Grenze passieren müssen und wären, ohne Passierschein, vermutlich als Schmuggler erschossen worden. Kein Witz, es sind einige an dieser Grenze erschossen worden.

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Eine Herde urzeitlicher Tiere, ich vermute es sind Auerochsen, verhindert die Verbuschung der Steppenvegetation.

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Immer auf der Suche nach Nahrung: ein Säbelzahntiger.

Seit 1953 sind die verbliebenen Reste der eiszeitlichen Dünenlandschaft unter Schutz gestellt. Das 45ha große Natur- und Landschaftsschutzgebiet beherbergt heute zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die in Mitteleuropa vom Aussterben bedroht sind. Der Spargel, der hier in unmittelbarer Nachbarschaft wächst, gehört glücklicherweise noch nicht zu den bedrohten Arten. Spione auch nicht. Jedenfalls haben die es hier geschafft, was mir vor Jahren versagt blieb. Sie haben sich viele Stockwerke tief in den feinen Sandboden eingegraben. Zwischen Sandmagerrasen und Spargelfeld findet sich einer der größten und wichtigsten Stützpunkte der NSA in Europa. Also Vorsicht: Eine riesige Spionenpopulation!

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Ansonsten ist es wie überall: Mit Sand in den Schuhen lässt es sich schlecht laufen.

dm

Bereit

16. Februar 2015 § 4 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

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