1. September 2011

31. August 2011 § 7 Kommentare

Dieter Motzel - Pflanzung, 2008, Aquarell, 35 x 50 cm

Goethe vor Weimar ohne Füße

31. August 2011 § 6 Kommentare

Radierung: Dieter Motzel

Goethe vor Weimar ohne Füße

Schon wieder Goethe? Ja, es muss sein, denn das Tischbein-Original ist endlich mit der Bennert-Kopie zusammen zu sehen. Der Bildungsbürger weiß Bescheid und sagt sofort: aha! Eigentlich keine große Sache, und wir wollen auch nur einige abgezählte Worte auf das Thema verwenden. Mit Tischbein ist natürlich nicht das Bein eines Tisches gemeint, sondern ein Maler, der 1787 in Rom Goethe gemalt hat. Das Bild heißt: „Goethe in der römischen Campagna“ und vermutlich haben einige es zumindest auf Abbildungen (Jutetaschen oder Kaffeetassen) gesehen. Das Original ist ebenso wenig spektakulär wie die Abbildungen. Normalerweise ist das Original im Frankfurter Städel an eine Wand genagelt, und der einzig bleibende Eindruck, den es hinterlässt, ist der, dass Goethe auf relativ kleinem Fuß unterwegs war. Auf dem Bild sind Goethes Füße auffallend winzig  und völlig unpassend zur Restfigur dargestellt. Vielleicht sind einfach die Füße während seines Italienaufenthaltes geschrumpft. Früher musste man viel laufen, wenn man unterwegs war, und in Italien gab es noch keine einzige Vespa zu mieten. Der Tischbein aus dem Städel musste nicht lange laufen, um die wenigen hundert Meter messende Distanz zum Goethe-Museum zurückzulegen. Dort wartete die Kopie auf ihn. Für Kunsthistoriker mag das ein Highlight sein, für viele andere dürfte es ein zu vernachlässigendes Event darstellen. Wer braucht schon einen doppelten Goethe mit vier viel zu kleinen Füßen. Zumal wir in unseren Archiven eine weitere Kopie entdeckt haben, wenn es sich nicht sogar um das Original handelt. Es heißt: „Goethe vor Weimar ohne Füße“. Oder etwa nicht?

dm

Auswüchse

31. August 2011 § 10 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Nietzke

31. August 2011 § 14 Kommentare

Text/Bild: Dieter Motzel

31. August 2011

30. August 2011 § 10 Kommentare

Dieter Motzel - Hunde, 2008, Aquarell, 50 x 35 cm

Fliegen

30. August 2011 § 10 Kommentare

Wenn ich von einem Tag, der auf den vorangegangen folgt, sagen muss, welcher es ist, halte ich mich an den Mittwoch. Ich favorisiere die Mitte, sie zieht mich an. Sie ist ein sicherer Ort zwischen zwei Unwägbarkeiten.

Wenn ich mittendrin bin, ist der Donnerstag nicht weit. Die Dienstagsgesichter, die ich erduldete, kenne ich dann schon von gestern.

Nur mittags, mitten in der Woche stößt mich dieser Wind an, die Arme werden – von hinten angestoßen – leichter, ein Druck erreicht meinen Rücken, und der Wind könnte meinen Schritt beschleunigen.

Mitten in der Wucht dieser unbekannten Leichtigkeit befällt mich der Gedanke, mit etwas mehr Wind, sogar fliegen zu können.

Dazu richte ich meine Arme in alle erdenklich möglichen Winkel aus. Die Mitte austarieren, vielleicht sogar einmal an einem Freitag, bei guter Sicht höchstens. Und dann den Wind hören, vielleicht.

Vielleicht. Möglicherweise. Höchstens mitten in der Ratlosigkeit eines sich am Rande befindenden Tages, lege ich mir die potenzierten Flügel an, lasse den Aktenkoffer rechtslinksrechts vielleicht liegen, und dann fang ich an.

Mit den Flugübungen. Anfangs nur mittwochs. Dann, mutiger geworden, an Tagen, die mit „D“ beginnen. Meine Bewegungen werden sicherer, Mittwoch für Mittwoch, dienstags auch, zuletzt will mir der Donnerstag den Kopf zerbrechen.

Denn da ist plötzlich nichts mehr mit Fliegen, da sind nur Vogelschreie, ich höre ein Hühnergegacker, und ich sehne mich maßlos, obwohl ich mitten in der Woche meine Arme ausstrecke.

Nach mir.

Oder nach der Mattigkeit.

Oder dem Ort, der mir fehlt.

Durch mich.

Oder wen.

Zeichnungen: Dieter Motzel, Text: mb

30. August 2011

29. August 2011 § 5 Kommentare

Dieter Motzel - Nest 3, 2007, Öl auf Malkarton, ca. A4

Wo bin ich?

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