Wiederbeschaffung

31. Dezember 2011 § 8 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Wiederbeschaffung

Klack, Klack, es passierte nichts. Ich drückte nochmal den Knopf und wieder war nur das Klicken der Mechanik zu hören, aber nichts geschah.

„Wie hoch würden sie den Wiederbeschaffungswert ansetzen?“

Der ältere Herr lächelte mich unverbindlich an, als er nach Verbindlichem fragte. Wiederbeschaffungswert. Ich stand konsterniert vor dieser Fragestellung, während der ältere Herr immer noch unverbindlich lächelte. Ich erwiderte das Lächeln nicht. Er lächelte unerbittlich weiter.

Ich drückte nochmal den Knopf. Klack, Klack.

Ich machte sehr unsicher deutlich, dass ich noch keine rechte Vorstellung vom Wiederbeschaffungswert hätte, wüsste ich doch nicht einmal, ob ein tatsächlicher Wert zu nennen wäre. Das Lächeln verschwand aus dem Gesicht des älteren Herrn und er schaute mich ernst an.

„Jede Wiederbeschaffung verursacht Kosten und deshalb müssen wir den spezifischen Wiederbeschaffungswert schon vorab klären. Wird der Wiederbeschaffungswert von ihnen als sehr niedrig angesetzt, mein Herr, dann sind unsere Mittel, die wir zur Wiederbeschaffung einsetzen, ebenfalls gering. Wird dagegen dieser Wert von ihnen hoch angesetzt, werden wir alle unsere professionellsten Instrumente zur Wiederbeschaffung einsetzen.“

Obwohl ich nun ohne Unterlass den Knopf drückte, ließ sich die Mechanik nicht überzeugen.

Ja klar, natürlich, stammelte ich, während er sein Lächeln wiederbeschafft hatte. Wie kann ich wissen, welchen Wiederbeschaffungswert dieser Traum für mich hätte. Ich erinnere mich nicht mehr an seinen Inhalt, seitdem ich ihn beim Aufwachen verloren hatte.

Verbissen arbeitete ich weiter daran, an eine andere Stelle des Traumes zu gelangen, drückte immer weiter den Knopf bis mir Schweißperlen auf der Stirn standen.

Nach dem Erwachen drückte ich erneut den Knopf. Diesmal funktionierte er und löste ein lärmendes Feuerwerk aus, das mich ins neue Jahr brachte.

dm

Nicht vergessen, ein paar Träume einzupacken für die Fahrt ins neue Jahr.  Wir wünschen allen ein schönes und angenehmes  Hinübergleiten in die nächsten 365 Tage.

mb + dm

Aus der Stadt gejagt

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Illustration: Dieter Motzel

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Dieter Motzel - Ohne Titel, Tusche u. Öl auf Büttenpapier

Der zwölfjährige Nietzke

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Zeichnung: Dieter Motzel

Knallfrösche

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Dieter Motzel - Knallfrösche, colorierte Federzeichnung

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Dieter Motzel - Ohne Titel, Tusche u. Öl auf Büttenpapier

So etwas passiert

29. Dezember 2011 § 13 Kommentare

Dieter Motzel - Bleistiftzeichnung

So etwas passiert

Der Teufel holte Frau Müller. Mittwochs in der Mittagszeit. Vermutlich war es eine Verwechslung. Kurz vorher wünschte sie dem Nachbarsjungen, ihn möge doch der Teufel holen. Als der kam, griff er wohl daneben und erwischte Frau Müller anstelle des Nachbarsjungen. So etwas kann passieren. Dort, wo Frau Müller stand, blieb nur ein schwarzes Loch zurück, das an den Rändern nach Schwefel roch. Als das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch stand, bemerkte Herr Müller die Abwesenheit von Frau Müller und schrie. Da der Teufel gerade in der Gegend war, nahm er auch noch Herrn Müller mit.

dm

Wo bin ich?

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