Das gibt es doch gar nicht

12. März 2012 § 31 Kommentare

Wiesbaden gibt es nicht Es ist an der Zeit, einige Dinge richtig zu stellen. Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur und jede einzelne davon, so absurd sie auch sein mag, findet ihre Anhänger, die mit Vehemenz ihren Glauben verteidigen. Dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden, solange die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht beeinträchtigt wird und die Straßen sauber gehalten werden. Wenn eine Wunschvorstellung auf die Realität trifft, entstehen Verwerfungen aus denen leicht Legenden erwachsen können, die oft über viele Jahrzehnte durch Unwissenheit gehegt und gepflegt werden. Eine dieser Legenden besagt, dass der Ort „Wiesbaden“ in der Nähe von Mainz zu finden sei. Eine andere behauptet, dieses „Wiesbaden“ wäre die Landeshauptstadt von Hessen. Eine wissenschaftliche Studie, die in einer finnischen Universität erarbeitet wurde, kommt sogar zu dem Schluss, dass es etwa 276.599 Anhänger dieser Theorie allein in der Bundesrepublik gibt. Eine unfassbare Zahl. Selbst auf unserem Blog gibt es einen geschätzten Kommentator, der behauptet aus „Wiesbaden“ zu stammen. Das sollte man natürlich auch nicht überbewerten, denn es sind viele anonym unterwegs, der eine kommt von „einer Insel mit zwei Bergen“, wiederum andere aus „Atlantis“ oder „El Dorado“. Einer besteht sogar darauf, in „Bielefeld“ zu wohnen, einer Stadt, von der jedes Kind weiß, dass sie niemals existiert hat. Aber kommen wir zu den Fakten. Wiesbaden ist eigentlich die Erfindung eines russischen Literaten. 1865 tauchte der Name „Wiesbaden“ erstmals in einem Polizeibericht auf und ist damit die erste urkundliche Erwähnung, die der Nachwelt erhalten blieb, sofern sie regelmäßig Polizeiberichte las. Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski erschien damals auf einer Mainzer Polizeiwache und beklagte den Verlust von 3000 Goldrubel. In seiner Verzweiflung und mit mangelnden Deutschkenntnissen ausgerüstet, bestürmte er die diensthabenden Mainzer Beamten: “Kies ging baden, kies ging baden …”, rief er immer wieder. Die Beamten schauten sich an und verstanden immer nur Wiesbaden: “Eija, verstehste des, der hot in Wiesbaden wos verloren, abber Wiesbaden, des gibts doch gor net. Der hot wascheunlisch seu Goldrubel in de Rhoi versenkt und jetzt rennt der do rum un kreischt. Eija, die Russe, immer misse se do rum pienze. Hät der halt uf seun Kies uffgebasst, wär der ach net bade gegange“. Außerhalb dieser dokumentierten Episode gibt es keinen weiteren belegten Hinweise auf die Existenz eines Ortes namens „Wiesbaden“. Erst nach dem zweiten Weltkrieg tauchte der Name wieder auf. Im Zuge einer Neuordnung des Landes Hessen im Jahre 1945 durch die Besatzungsmacht USA, fand der Name wieder Erwähnung, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Ein amerikanischer General stand mit seinem Offiziersstab in Mainz am Ufer des Rheins und blickte auf die andere Seite. Er sah auf unbebautes brachliegendes Land. Einen vorüberschlendernden Mainzer fragte er nach dem Namen dieses Landstriches und deutet dabei auf die andere Rheinseite. Der Mainzer, noch verwirrt von den Wirren des zurückliegenden Krieges, palaverte munter drauflos, obwohl er kein Wort von dem üblen texanischen Slang des Generals verstand. „Ja, macht euch do niewer, wir sin hier katholisch, do misse mer net noch demokratisch seu. Haut ab über de Rhoi, von mir aus kennder ach mit eierm Mist bade geh“. Der General verstand allerdings nur „Wiesbaden“ und so wurde in die folgenden Jahren aus dem brachliegenden Land ein amerikanischer Truppenübungsplatz über den die Panzer donnerten und an dessen Eingang die Soldaten ein Schild nagelten, auf dem  „Wiesbaden“ stand. Ja, das ist die Wahrheit über den Ort „Wiesbaden“, den es gar nicht gibt. dm

Advertisements

§ 31 Antworten auf Das gibt es doch gar nicht

  • Haha, herrlich! Nun sind’s schon mindestens zwei (mit Bielefeld) : )

  • ah, da mach ich mir aber erst maln Weißbier auf und les dann weiter ^^

  • erinnye sagt:

    Merkwürdig, die haben eine Homepage, wer die wohl betreibt? Außerdem glaube ich mich zu erinnern, dass ich diverse Male dort war zu einem Event namens „Zellcheming“, aber vielleicht war auch alles nur ein Traum, in Wirklichkeit wars Eldorado.

    • Liebe Erinnye, Du musst einfach mal ins Impressum dieser Homepage gehen. Im Kleingedruckten steht der Hinweis: Made in Hong Kong.
      Bei dem Event namens „Chemtrails„, oops, „Zellcharming“ können wir Dir allerdings nicht weiterhelfen. Rein zeitmäßig schaffen wir es nicht, uns um jede Verschwörung zu kümmern. Wir sind momentan damit beschäftigt eine Schädelkalotte wieder festzutackern. 🙂

  • eija, aber auch nach fast 1 Weißbier grad bin ich immer noch ratlos. Wird mir doch selbst schon seit langem zugemutet, hier beheimatet (übrigens Synomym zu leben. da fällt mir auf: Wiesbaden ist meine Heimat. puh, das muss ich jetzt erst mal verarbeiten. So bewußt war mir das noch gar nicht) zu sein. Ja, wenn ich ab und an über die Stadtgrenzen hinauskomm, scheint mir die andere Welt oft unwirklich und fremdartig. Wo ich dann auch immer wieder zurückflüchte. Ich musst sogar vor kurzem mal nach Darmstadt. War ich froh wieder im wiesbadener Hauptbahnhof wieder einfahren zu können später.

    Also, auch wenn die gelehrte Faktenlage, ich mein keine nur eingebildete, gegen ein reales Wiesbaden spricht, ich bins aber selbst. (H)

  • laurazeitlos sagt:

    Hahaha :D.
    LG,Laura

  • aso, ich ist aber schon enttäuschend, dass ausgerechnet Mainzer, diese unfassbaren Narren, als Zeugen der Beweisführung zitiert werden.

    ha habsch grad unter Verschwörungstheorie bei Wikipedia gelesen : „Theorie“ bezeichnet eine modellhafte, korrekturfähige Vereinfachung der Wirklichkeit, die von Einzelereignissen oder Umständen abstrahiert, um übergreifende Zusammenhänge zu beschreiben.

    Das scheint mir aber ein langer und auch komplizierter Artikel. oh da steht was schönes noch : Suggeriert man Menschen, die Kontrolle über eine Situation verloren zu haben, so suchen sie auch im scheinbaren Chaos nach Halt.

    habsch nochn Weißbier aufgemacht ^^

  • Lakritze sagt:

    Ach, so ist das! Hessen hat also gar keine Hauptstadt –?

  • Reblogged this on Zweitesselbst's Blog und kommentierte:
    naya, theoretisch. aber praktisch boa grad ist wieder eine Motte an mir vorbeigeflogen.

  • Und wenn sich Wiesbaden aufgelöst hat, welche Stadt folgt als nächstes? Was ist mit dem Ried? Bielefeld gibt es ja auch schon nicht mehr.
    LG Juergen

    • ja, in dem Zusammen hang kann ich auf einen Kommentar verweisen.

      Da ich aber niemand auf eine Seite locken will, die am End gar nicht existiert, zitier ich einfach :

      Peter (http://www.petersplace.net/wordpress/) sagte am 11. März 2012 um 20:43 : Bearbeiten

      Ich glaube ja, dess es so etwas wie: “nicht gibt”, nicht gibt.. obwohl dies ein Widerspruch in sich ist, was den ganzen Beitrag schon wieder fraglich und sicher verwirrend erscheinen lässt.
      Da ja auch (in dieser Welt) die Theorie existiert, dass unser Planet (oder sagen wir besser: “gefühlte Erde – Realität”) von einem Fremdwesen namens Gott (oder so ähnlich), erschaffen wurde, habe ich die Vermutung, dass unsere “Welt” nur eine Simulation ist. Erschaffen von einem Supercomputer namens ‘Simulacron’ (dessen Name aus dem lateinischen „Simulacrum“ = „Trugbild“ abgeleitet ist). In dem Film “Die Welt am Draht” von Rainer Werner Fassbinder merkten die Protagonisten an Kleinigkeiten, dass Sie nicht in der realen Welt, sondern in einer virtuellen Realität gefangen waren. Da endeten Strassen plötzlich im Nichts, waren aber einen Tag später fertig ausgebaut.
      Auch in den Filmen der ‘Matrix’ Reihe ist diese Theorie fester Bestandteil.
      Ich glaube, dass diese Filme von Menschen aus der “echten Welt” gemacht wurden, um uns ein Zeichen zu geben, den Ausgang aus dieser virtuellen Umgebung zu suchen, um endlich das zu bekommen, was uns eigentlich zusteht. 365 Tage Sonne im Jahr, kostenlosen Caipirinha und das Populations-Verhältnis von 100 Frauen auf einen Mann….
      Deshalb! Es ist durchaus möglich, dass Wiesbaden nicht existiert. ^^

      ich dachte noch, das wär eine 50:50 Chance

    • Hallo Jürgen,
      aufgelöst hat sich nicht Wiesbaden, denn das existiert ja nicht. Aufgelöst hat sich der Trugschluss, dass es existiert. Bielefeld gab es nie, das Ried gibt es natürlich, wir berichteten ja darüber 🙂
      LG Dieter

  • Ich halte das für die Theorie eines Bielefelders.

  • wildgans sagt:

    Zum Glück gibt`s Amsterdam noch, Krickenbach und Lindenfels….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Das gibt es doch gar nicht auf haushundhirschblog.

Meta

%d Bloggern gefällt das: