1. Mai 2012

30. April 2012 § 8 Kommentare

Dieter Motzel - Balkontür, Farbstiftzeichnung, 70 x 100 cm

Eis

30. April 2012 § 4 Kommentare

Dieter Motzel - Tuschezeichnung

Rinnsal + Wasserstelle

30. April 2012 § 4 Kommentare

Fotos: dm

30. April 2012

29. April 2012 § 2 Kommentare

Dieter Motzel - Fensterplatz, Farbstiftzeichnung, 50 x 70 cm

Ried 10 – Kühkopf III

29. April 2012 § 9 Kommentare

Foto: dm

Ried 10 – Kühkopf III

Was bisher geschah:

Wir sprachen über Meisterwerke der modernen Brückenbaukunst und über kulinarische Sensationen. Auf dem Rückweg von Teil II in heimische Gefilde, wurde Nietzke doch noch von einem Radfahrer erwischt. Allerdings war alles nicht so schlimm. Wir legten den Radfahrer hinter einem Gebüsch ab, und das Fahrrad, das noch zu gebrauchen war, nahm Nietzke an sich.

Was macht König Gunther an Sonn- und Feiertagen? Ja, er schwimmt von Ufer zu Ufer. Für einen König ist das eine anständige, und wenn er gerade mal an Land ist, auch eine bodenständige Beschäftigung. Heutzutage ist König zu sein, nicht mehr sehr erstrebenswert, und deshalb völlig zu Recht auf die Liste aussterbender Berufe gesetzt. Als Könige noch die alleinige Meinungshoheit besaßen, war es einfacher. Für den König sowieso und für alle anderen auch. Die Untertanen hatten jemanden zum Denken und mussten nur noch dessen Gedanken bestätigen: „Ja genau, so ist es. Ja, so machen wir das, jawohl, Chef, König, Hoheit, alles klar.“ Früher konnte ein König jagen was er wollte, vom feuerspeienden Drachen bis zur blonden Jungfrau. Mittlerweile darf er noch nicht einmal einen Elefanten für sich schießen, ohne dass der Untertan Zeter und Mordio schreit. Natürlich kann man die Untertanen verstehen, die Verletzungsgefahr bei solchen Geschichten ist natürlich groß, und wenn man schon einen König hat, soll der gefälligst auch gesund bleiben. Oder anders: es ist einfach nicht gesund für die Untertanen, wenn der König krank ist. Der ehemalige König von Rumänien, Ceausescu, hat es richtig gemacht. Wenn seine Königkollegen ihn besuchten, setzte der sie auf Stühle in seiner Jagdhütte. Während sie ihre Gewehre in Anschlag brachten, trugen die Hofschranzen einen ausgemusterten Zirkusbären vor dem offenen Fenster hin und her. Bumms machte es und der Bär fiel tot um … oder einer der Hofschranzen. Eine saubere Sache, und keinerlei Verletzungsgefahr für die Könige auf ihren bequemen Stühlen. Höchstens mal ein eingeschlafenes Bein.

Ja, unser König Gunther ist da anders gestrickt, er verdient sich sein Geld sogar selbst und jagt höchstens ein paar Ausflügler, die er anschließend gegen einen Obolus von einem Rheinufer ans andere bringt. König Gunther ist eine kleine Personenfähre, die Willige vom linksrheinischen Guntersblum über den Rhein zur Insel schaukelt. Nicht jeder möchte das, denn an der Anlegestelle im rheinhessischen Weinbaugebiet lockt auch eine Gaststätte, die nicht von der Hand zu weisende Alternativen gegenüber einer mückenverseuchten Insel bietet. In Zeiten des touristischen Individualverkehrs bleibt natürlich auch die Möglichkeit, sich paddelnd oder schwimmend der Insel zu nähern. Allerdings muss nach der erfolgreichen Anlandung damit gerechnet werden, viel Natur zu durchqueren, um einen sicheren Weg zu erreichen.

In einem Selbstversuch, den wir im vergangenen Spätherbst durchführten, probierten wir auf die schon beschriebenen Hilfsmittel, wie Brücke und Fähre, ganz zu verzichten, und den Altrhein zu durchwaten. Die geringe Höhe des Wasserstandes schien dieses Vorhaben zu begünstigen. Am Tag der geplanten Durchführung schlug das Wetter überraschend um, und kurzfristig entschieden wir, doch die Fußgängerbrücke in Erfelden zu benutzen. Nietzke sollte währenddessen mit unserem Gepäck die Flussdurchquerung alleine wagen. Wir sicherten sein Vorhaben mit unseren Ferngläsern von der Brücke aus. Für die 30 bis 40 Meter Strecke brauchte Nietzke etwa 1 Stunde – ein sehr gutes Ergebnis, das uns zu Beifallsstürmen auf der Brücke hinriss und zu lauten Bravorufen. Leider verloren wir Nietzke, in diesem Moment der euphorischen Hingabe, aus den Augen. Wie sich später herausstellte, verhedderte er sich im dichten Uferbewuchs und verlor jegliche Orientierung. Natürlich waren wir über den Verlust unseres Gepäcks ein wenig besorgt und machten uns auf die Suche.

Erschwerend kam an diesem Tage hinzu, dass sich einige Jagdgesellschaften auf der Insel versammelt hatten, um Vierbeinern das Leben mindestens ereignisreicher zu gestalten, wenn nicht gar ganz zu nehmen. Als wir in einen kleinen Seitenweg abbogen, der auf einem schmalen Damm verlief, trafen wir auf sie. Beidseitig war die Überraschung groß. Einerseits, weil wir Nietzke dort trafen, geknebelt und etwas abseits des Weges an einen Baum gefesselt. Anderseits hätten wir dort überhaupt nicht sein dürfen. Aber nicht jeder ist bereit, sich von Absperrbändern aufhalten zu lassen, wenn es darum geht, Verlorenes wiederzufinden. Nachdem die Jäger ihre Büchsenläufe nicht mehr auf uns richteten, weil wir ihnen überzeugend darlegen konnten, nur zwei Beine zu besitzen und nicht die, für einen Schuss benötigten, vier. Einige kleine Jägermeister saßen aufgereiht, wie auf einer Perlenschnur, in einem Abstand von wenigen Metern zueinander, auf Klappstühlen und hatten alles dabei, was man für ein angenehmes Picknick braucht. Zur Feier des Tages hatten sie sich sogar mit orangeleuchtenden Bändern geschmückt. Schüsse waren nur in weiterer Entfernung zu hören. Scheinbar sind wir auf eine Außenstelle getroffen, die nur der Flankensicherung einer Treibjagd diente. Vermutlich saßen hier die Praktikanten und Lehrlinge, die zwar noch nicht ballern, sich aber schon mal am Gewicht eines Gewehres abschleppen durften.

Nietzke wurde geknebelt, weil er dem Treiben mit wildfuchtelnden Armen ein Ende setzen, und deshalb auf der Stelle den zuständigen König sprechen wollte.

dm

Dokumentarische Zeichnung: dm.

Nietzke durchwatet im Spätherbst des Jahres 2011 den Altrhein.

Forst

29. April 2012 § 18 Kommentare

Dieter Motzel - Forst, 2010, Digitalprint

29. April 2012

28. April 2012 § 4 Kommentare

Dieter Motzel - mehr schein als sein, 1991, Farbstiftzeichnung, 50 x 70 cm

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