1. April 2013

31. März 2013 § 16 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Illustration: Dieter Motzel

Blumenwiese

31. März 2013 § 14 Kommentare

Na also. Blühende Blumen auf einer Wiese. Foto: dm

Na also. Blühende Blumen auf einer grünen Wiese. Foto: dm

31. März 2013

31. März 2013 § 14 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Illustration: Dieter Motzel

Oh … Ostern

30. März 2013 § 20 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

30. März 2013

29. März 2013 § 4 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Illustration: Dieter Motzel

Regionaler Absacker

29. März 2013 § 32 Kommentare

Eine Büffelherde zieht über die weite Graslandschaft des nördlichen Oberrheingrabens. Foto: dm

Eine Büffelherde zieht über die weite Graslandschaft des nördlichen Oberrheingrabens. Foto: dm

Regionaler Absacker

Nachdem gestern Mittag die Temperatur auf sagenhafte 24,7 Grad Celsius angestiegen war (gemessen am Küchenfenster über der Heizung), beschlossen wir spontan, einen kleinen Ausflug ins Freiland zu unternehmen. Dabei hatten wir durchaus die Vorstellung, mit ein wenig Glück, wenn nicht gar den Frühling, so doch wenigstens einige Vorboten von ihm begrüßen zu dürfen. Allerdings wurden unsere recht naiven und schwärmerischen Vorstellungen vom Treiben der Natur, das kann ich vorwegnehmen, in keiner Weise erfüllt. Weder Frühling, noch dessen Vorboten ließen sich blicken. Das einzige blaue Band, das durch die Luft flatterte, war der Spanngurt des Transporters einer örtlichen Schreinerei.

Hessische Hochgebirgsregion. Foto: dm

Hessische Hochgebirgsregion. Foto: dm

Da wir mit allen Niederungen einigermaßen vertraut sind, erschien es uns geboten, einmal in die Bergwelt aufzusteigen. Jene Erhebungen, in denen sich die Erdgeschichte sichtbar manifestiert hat, und die, dunkel am Horizont aufgetürmt, den Blick in die Ferne verstellen. In dieser unwirtlichen Grenzregion zwischen Himmel und Erde, wo sich Steinbeißer und Krüppelkiefer „Gute Nacht“ sagen, wird der Mensch seltener.

Wir staunten also nicht schlecht, als uns eine komfortabel asphaltierte Straße den Weg zum 339,7 Meter hohen Gipfel wies. Normalerweise ist in dieser Höhe nicht mehr mit intelligentem Leben zu rechen, und doch schienen sich einige berucksackte Abenteurer in braunen Outdoor-Jacken und Hosen durch die widrigen Umstände nicht von ihrem Tun abhalten zu lassen. Wir konnten unser Kraftfahrzeug an einem steilen Felsvorsprung unterhalb des Gipfels ablegen. Nietzke, der uns begleitete, war sehr begeistert von den Abgründen ringsherum. Auch die Höhe wusste er zu schätzen, so sei er näher bei sich selbst.

"Boah, wie bei Prinz Eisenherz!" Foto: dm

„Boah, wie bei Prinz Eisenherz!“ Schloss Auerbach. Foto: dm

Unsere sehr vage Hoffnung, als erste zum Gipfel zu gelangen, wurde jedoch durch eine veritable Burganlage enttäuscht. Es waren offensichtlich schon andere vor uns hier gewesen, und hatten sogar einige massive Gebäude hinterlassen. „Das ist ja wie bei Prinz Eisenherz“, rief ich hocherfreut und glückselig lächelnd in die Runde.

„Beziehst du dich etwa auf diesen historisch äußerst ungenauen Comic-Strip, den der Amerikaner Hal Forster 1937 erfand?“, fragte Nietzke, „Einen Comic, dem sogar die Sprechblasen abhanden kamen, und dessen Held in einer albernen Topffrisur seine Kämpfe ausfechten musste? Heh, wir leben im Land von Wolfram von Eschenbach und Neidhart aus dem Reuental und nicht im Land von Mickey Mouse!“

„Klar, Neidhart, den kenne ich doch“, antwortete ich, „das ist doch der mit dem Scheißhaufen.“

Zugig. Foto: dm

Zugig. Foto: dm

In zugigen Burganlagen war der Winter vermutlich kein Vergnügen. Es war saukalt und es stank sicher zum Himmel, der sich meist genau über der Burg befand. Auch als Burgherr hatte man es in der Zeit, die man heute gerne als Mittelalter zusammenfasst, nicht leicht. Gute Unterhaltung war rar, der Weg zum nächsten Plattenladen weit und gerade auch im Winter recht mühselig.  Gegen Kost, Logis und amouröse Abenteuer buchte man sich Dichter und Minnesänger, die für Kurzweil sorgten. Neidhart aus dem Reuental war einer von diesen Minnesängern, und er war zu seiner Zeit der populärste und bekannteste deutschsprachige Liedermacher seiner Zunft. In seinen Lieder geht es um die Liebe, das ist klar, und um heftige, aber geistreiche Zoten, mit viel Derbem am Rand. Er ist verantwortlich für einen gewissen Kulturcrash, wenn er die heile höfische Welt auf die Gegenwelt der Bauern prallen lässt.

Die Wintertage waren lang, und man freute sich auf den Frühling. Und den Sommer, in dem es zwar auch zum Himmel stank, aber bei milderen Temperaturen ließ sich leichter Abwechslung finden. Zum Beispiel beim Bauernquälen oder ähnlichen Belustigungen, die damals üblich waren. Während wir heute als Vorboten des Frühlings die Krokusse zählen, die aus der Schneedecke ihre Köpfe heben, war zu damaliger Zeit das Veilchen ein Zeichen des nahenden Frühlings, des Sommers, der Hoffnung.

Im „Veilchenlied“, ein Schwank aus der Feder von Neidhart, beschreibt er in Ich-Form seinen Veilchenfund.

„Urlaub hat der Winter

und auch der kalte Schnee!“

… so lautet die erste Zeile des Liedes, und das wünschen wir uns ja auch gerade. Unser Ritter Neidhart entdeckt das erste Veilchen auf einer Wiese und bedeckt es mit seinem Hut, um seinen glücklich machenden Fund der Herzogin, die ihn für allerlei gemietet hatte, präsentieren zu können. Während sich die Herzogin und ihr Hofstaat mit viel Gefiedel und Gedudel auf den Weg machten, um das Veilchen zu bestaunen, pflückten Bauern, die Neidhart beobachtet hatten, es und hinterließen stattdessen einen dicken Scheißhaufen unter dem Hut. Neidhart forderte die Herzogin auf, den Hut zu lüften und den Sommer-Boten zu bestaunen. Sie staunte tatsächlich nicht schlecht, und Neidhart war zu Tode betrübt. Um seinen tiefen Schmerz ein wenig lindern zu können, hackte er daraufhin 32 (sic!) Bauern das linke Bein ab.

„Verflucht sei das Sommerzeichen,

das Neidhart zu erst gefunden hat!

Nun müssen wir den Schmerz erdulden.

Verflucht sei das Veilchen!

Nie mehr können wir nun tanzen!“

… so lauten die letzten Zeilen, in der ein betroffener Bauer sein Leid klagt.

Ja, die Bauern waren damals hart im Nehmen, und das Einzige, das sie an ihrem fehlenden Bein störte, war die Tatsache, nun nicht mehr tanzen zu können.  Ach, das erinnert mich irgendwie an den schwarzen Ritter.

Foto: dm

Schloss Auerbach. Foto: dm

Der Berg, auf dem wir standen, war der Auerberg, und der gehört zur hessischen Bergstraße. Die Burganlage heißt Schloss Auerbach. Sie ist eine der größten Burganlagen in Südhessen, das nicht gerade arm an Burgen ist. Auf der (geschätzt) zwanzig Kilometer langen Anreise, ab heimischer Stadtmauer, kamen wir an zwei weiteren vorbei. Eine davon erwähnten wir schon mal hier. Neidhart war übrigens auf keiner dieser Burgen zugange … und wir fanden auch kein Veilchen, allerdings hinterließ der Hund trotzdem einen Haufen.

Das Besondere an der von uns besuchten Burganlage ist, dass hier kein Gras über das Mittelalter wächst, sondern ein ganzer Baum. Der lebt dort, und zwar seit über 300 Jahren, wo eigentlich nichts wachsen kann. Auf der Schildmauer hat er sich im Mauerwerk festgekrallt und sieht aus wie ein etwas zu groß gewachsener Bonsai.

dm

Nachtrag: Wer sich für den guten Neidhart aus dem Reuental und für seine Zeit interessiert, dem sei ein Buch von Dieter Kühn empfohlen: „Neidhart aus dem Reuental“.

Wer sich dann immer noch interessiert, dem seien zwei weitere Bücher von Dieter Kühn empfohlen: „Ich Wolkenstein“ und „Der Parsifal des Wolfram von Eschenbach“. Dann ist auch die Zeit bis zum Frühjahr 2014 gut genutzt.

300 Jahre in luftiger Höhe. Foto: dm

300 Jahre in luftiger Höhe. Foto: dm

29. März 2013

29. März 2013 § 10 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Illustration: Dieter Motzel

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