Tigerschnegel und ver-x-en

3. Juli 2013 § 15 Kommentare

Klar, machen wir. Foto: dm

Klar, machen wir. Foto: dm

Tigerschnegel und ver-x-en

Vor einigen Tagen las ich in einem Artikel, dass die seltenste Pflanze Deutschlands vom Aussterben bedroht ist. Klar, für Seltenes ist die Gefahr des Austerbens besonders groß. Die „verarmte Segge“, ein Sauergrasgewächs, ist nun so selten, dass sie einmalig ist. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nicht einmal wusste, dass diese Pflanze überhaupt existiert. Und nun gibt es Leute, die wissen sogar, dass es nur noch ein einziges Exemplar in Deutschlands freier Wildbahn gibt.

Da wir den Wohnort der "verarmten Segge" nicht kennen, um ein Foto von ihr zu machen, bilden wir stattdessen einen Tigerschnegel ab. Auch ganz schön! Foto: dm

Da wir den Wohnort der „verarmten Segge“ nicht kennen, um ein Foto von ihr zu machen, bilden wir stattdessen einen Tigerschnegel ab. Auch ganz schön! Foto: dm

Wo genau die verarmte Segge nun wohnt, verraten uns die Leute vom botanischen Fach nicht. Man kennt das ja, kaum ist die Adresse bekannt, stehen die Staubsaugervertreter Schlange, und die örtliche Lehrerin lässt sich auch durch gutes Zureden nicht davon abhalten, ihre Bälger durch die Natur zu treiben, um die verarmte Segge zu unterstützen und ihr eventuell auch beim Mülltrennen zu helfen. Bekannt ist nur, dass dieses Sauergrasgewächs im Sauertal wächst. (So etwas kann man nicht erfinden!)

Botaniker arbeiten momentan daran, Nachwuchs für die verarmte Segge zu ver-x-en. Wie ist es aber um die ebenfalls sehr seltenen Bergbauern bestellt, für die sich kein Botaniker interessiert? Viele Jahrzehnte sah es wirklich schlecht für sie aus. Das lag zum einen daran, dass die Berge relativ karg und die Chancen, eine größere Population ernähren zu können, gering sind. Zum anderen war es nicht einfach, die Kommunikation von Berggipfel zu Berggipfel aufrecht zu erhalten. Erst als ein findiger Tontechniker 1952 das Jodeln erfand, entspannte sich die Situation der Bergbauern. Dank der Jodeltechnik konnte der Bestand stabil gehalten werden, sodass Botaniker den Nachwuchs nicht ver-x-en mussten.

dm

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

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