Nachricht aus dem Sommerloch

31. Juli 2013 § 15 Kommentare

Die neue Antennenanlage der Gemeinde Selswörth. Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Herrn Horst Ollerbacher.

Die neue Antennenanlage der Gemeinde Selswörth.
Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Herrn Horst Ollerbacher.

Nachricht aus dem Sommerloch

Selswörth

Durch die tragischen Ereignisse am vergangenen Wochenende auf Borkum sind andere Sommerloch-Nachrichten in den Hintergrund gedrängt worden. So fand in der kleinen fränkischen Gemeinde Selswörth am vergangenen Sonntag die feierliche Einweihung einer neuen Antennenanlage statt. Bürgermeister Hans Hubert Rosenfels und der Erdstrahlen-Beauftragte der Gemeinde, Horst Ollerbacher, durchschnitten gemeinsam ein rotes Band und nahmen, unter großer Anteilnahme der Bürger und Bürgerinnen, die Anlage in Betrieb. Nach einem von Ollerbacher entwickelten Konzept wird künftig auf einer gemeindeeigenen Wiese die Antennenanlage rund um die Uhr im Betrieb sein. In seiner Eröffnungsrede erklärte Ollerbacher die Funktionsweise der Anlage, die er, wie er mehrfach betonte, nach neuesten umwelttechnischen Standards konstruiert hat. Die Gemeinde Selswörth ist in den vergangenen Jahren mehrfach von schweren Erdstrahlen-Eruptionen heimgesucht worden. Der Erdstrahlen-Beauftragte Ollerbacher entdeckte in historischen Aufzeichnungen aus dem Mittelalter die damals sehr gebräuchliche Drei-Jungfrauen-Methode. Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen aus dem Mittelalter, entwarf Ollerbacher eine moderne Antennenanlage, die allen praktischen Anforderungen gerecht wird. Drei Jungfrauen werden mit dem Kopf in den Boden gesteckt (ideal ist lockerer Sandboden, der nicht zu humusreich sein sollte) und sammeln die Erdstrahlen in einem Radius von 20 Kilometern auf, unterstützt durch Geräuschintervalle. Die gesammelten Erdstrahlen werden über die Beine der Jungfrauen abgegeben und zerstören sich in der Atmosphäre selbst … „oder verursachen schlimmstenfalls eine kleine Störung im Radioprogramm“, wie Ollerbacher in seiner Rede in einem Nebensatz erwähnte, der ihm ein warmes und herzhaftes Lachen seiner Mitbürger und Mitbürgerinnen einbrachte. Bürgermeister Hans Hubert Rosenfels betonte in einem kurzen Grußwort noch einmal, wie wichtig und notwendig diese Antennenanlage für die Gemeinde sei: „Wir, wir Selswörther, wir machen es allen vor … und nun sind wir die erste erdstrahlenfreie Gemeinde in unserem schönen Frankenland.“  Zum Abschluss der sehr schönen Veranstaltung brandete noch einmal Beifall auf, als die Beine der Jungfrauen zappelten.

dm

Advertisements

§ 15 Antworten auf Nachricht aus dem Sommerloch

  • puzzle sagt:

    Jetzt weiß ich endlich, wie bedrohlich der Ausdruck ist „Du bist ja eine Rübe!“ – bin froh, keine Jungfrau zu sein!

  • Sofasophia sagt:

    autsch … wer will da noch jungfrau sein. drum gibts wohl fast keine nonnen mehr?

    • Offengestanden gehören Nonnen nicht unbedingt zu den Themen, mit denen ich mich täglich beschäftige. Insofern kann ich nur als Laie vermuten, dass sie aussterben, weil sie sich nicht vermehren.

  • mickzwo sagt:

    Als besonders erspießlich empfinde ich den abschießenden Satz, in dem von aufbrandendem Beifall die Rede ist. Beifall der eine Leistung belohnt, die genuin mit der Antenne so ja nichts zu tun hat – wenn ich mich nicht irre. Dies, so will es mir scheinen, zeugt von einer gewissen Fähigkeit der Empathie auch und gerade im Frankenland.

    • Auf dass sie uns noch lange erhalten bleibt, … unsere Fähigkeit zur Empathie, ganz gleich in welcher Ecke der Republik.
      Der anhaltende Beifall, über den wir berichteten, galt allerdings eher der Antennenanlage, oder besser, dem Funktionieren dieser Anlage. Das wurde durch das Zappeln der Beine verdeutlicht, die fleißig die gesammelten Erdstrahlen durch ein Schwingen (Zappeln) der Beine an die Luft abgaben.

      • mickzwo sagt:

        O, das tut mir aber Leid. Jetzt auch für die Nonnen, meine ich. Muss man sich um ihretwillen Sorgen machen? Ich denke, so eine Nonne hält schon was aus, aber an Ende will sie schießlich auch gelobt werden, oder?

      • Wie schon geschrieben, mit Nonnen kennen wir uns nicht so gut aus. Aber ich denke, am Ende will sie in den Himmel.

      • mickzwo sagt:

        Das wiederum habe ich auch schon mal gehört. Aber so eine Durchschnittsnonne will es doch auch irgendwie kommod haben. Also, mal angenommen ich wäre eine Nonne, dann hätte ich schon was gegen Kurzatmigkeit.

  • Jetzt bleibt nur noch zu überlegen, ob die Drei-Jungfrauen-Methode eventuell auch im Rahmen des Erneuerbare-Energie_Gesetzes zum Transport des aus Windkraft erzeugten Stromes in die südlichen Gefilde der Republik angewandt werden kann.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Nachricht aus dem Sommerloch auf haushundhirschblog.

Meta

%d Bloggern gefällt das: