1. September 2013

31. August 2013 § 9 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

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Mauerbaum

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Foto: dm

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31. August 2013

31. August 2013 § 5 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

Illustration: Dieter Motzel

Vergänglichkeit zum Zweiten

30. August 2013 § 12 Kommentare

schädel1 schädel2

Mischtechnik: Dieter Motzel

30. August 2013

29. August 2013 § 10 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

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„Goethe nich; nee.“

29. August 2013 § 34 Kommentare

Förderer, Feund und Opfer Goethes: Johann Heinrich Merck. Radierung: Dieter Motzel

Förderer, Freund und Opfer Goethes: Johann Heinrich Merck. Radierung: Dieter Motzel

„Goethe nich; nee.“

Das schrieb Arno Schmidt.  Goethe durfte gestern in aller Ruhe bei uns seinen Geburtstag feiern, heute, getreu dem Motto „Wir können auch anders“, werden wir ihm ein wenig ans Bein pinkeln. Das hat er sich auch redlich verdient, denn ich glaube, er war auch ein ziemliches Arschloch! Jedenfalls, wenn wir „Gott-Götter-Goethe“ auf eine menschliche Ebene herunterhieven. Tilman Jens hat die Liste seiner Opfer, wobei Goethe keinerlei Unterschied zwischen Freund und Feind machte, die er gleichermaßen über die Klinge springen ließ, in einem 1999 erschienen Büchlein einmal zusammengefasst (Goethe und seine Opfer. Eine Schmähschrift). Die Liste der Zeitgenossen, die etwas über Goethes Charakter zu berichten haben, ist lang … und damals wusste man weitaus mehr über die allzu menschlichen Menschlichkeiten, als wir es uns (mitsamt der Bunten, Gala und Bild) heute vielleicht vorstellen können. Die Welt war klein und ein Salon. Schriftsteller, Philosophen und sonstige Gelehrten waren eine überschaubare Größe, man kannte sich eben … und mochte sich nicht:

„Was ich erfuhr, hat mir den Charakter dieses aufgeblasenen Gecken noch um ein gutes Teil ekelhafter und verächtlicher gemacht.“

Friedrich Heinrich Jacobi (dessen Ansichten man nicht unbedingt teilen muss, im Fall Goethe natürlich schon).

„Goethe ist der Montblanc unserer Literatur, denn keinen frostigeren Gesellen gibt es auf Gottes Erdboden. Sein Herz ist von einer Eiskruste umgeben, in der er seine Feindbilder über Jahrzehnte einfrieren konnte.“

Jean Paul

„Wenn Goethe die Empfindungen seines Herzens besingt, dann ist die beabsichtigte Wirkung eiskalt kalkuliert.“

Rahel Varnhagen

Um diese Aufzählung nicht bis ins Unendliche zu treiben, enden wir mit einem Zitat von Jean Paul, das eigentlich alles sagt:

„Goethe frisset entsetzlich.“

Damit meinte er nicht das Was, sondern das Wie.

Ok, lassen wir noch das benachbarte Ausland zu Wort kommen. Aus einer sehr ernstgemeinten Schmähschrift, die allerdings nicht so ernst zu nehmen ist, die der adlige Franzose Jules Barbey d’Aurevilly unter dem bezeichneten Titel „Gegen Goethe“ veröffentlichte, bleibt immerhin noch ein schönes Zitat zu erwähnen: „In Goethes deutschem Hirn ist immer ein bisschen Sauerkraut.“

Johann Heinrich Merck war die zweite Portrait-Radierung, die zusammen mit Goethe einen Platz in der gestern beschriebenen Mappe fand. Merck darf man getrost auch ein Opfer von Goethe nennen, obwohl der einstige Kriegsrat bei Herzog Ludwig von Darmstadt durchaus selbst kein zimperlicher Zeitgenosse war. Seine Kritiken waren gefürchtet und machten auch vor dem jüngeren Goethe nicht halt, den er als Freund und Förderer begleitete. Als der junge Poet aus den noch ungedruckten „Leiden des jungen Werthers“ vorlas, sprach Merck: “Nun ja, es ist ganz hübsch!“ und verließ den Raum. Trotz aller Kritik, die Goethe hier und an anderer Stelle von Merck mitbekam, war Merck auch ein großer Förderer von Goethe. Ohne Aussicht auf Gewinn verlegte er Goethes Schrift „Von deutscher Baukunst“, und ein Jahr später finanzierte er den Druck des „Götz von Berlichingen“. Er leistete dem jungen Goethe unentwegt Entwicklungshilfe, er beriet ihn, vermittelte Rezensionen und verschaffte ihm erste Honorare, und Goethe bat auch schon mal direkt um Bargeld. Als Goethe 1775 nach Weimar ging, kühlte diese durchaus enge Beziehung ab.

Als Merck sich zwei Jahre später in einer trostlosen Situation befand und Darmstadt verlassen wollte, um bei Goethes Chef, Herzog Karl August, in Weimar unterzukommen, hintertrieb Goethe diese Pläne ziemlich fies. Der Herzog hatte Pläne, Merck ein neues Amt und ein neues Zuhause zu schaffen, aber Goethe legte sein Veto ein. In einem Brief an Merck schrieb er: „Der Herzog hatte etliche Male große Lust, dich als Cammerrat nach Eisenach zu haben, aber ich sagte ihm, alte Bäume verpflanzen sich nicht gut. Leb wohl!“ Merck war damals gerade 37 Jahre alt. 1788 schrieb Merck, der durch Spekulationen vor dem Bankrott stand, einen verzweifelten Brief an Goethe. Goethe antwortete: „Dein Brief, lieber Freund, wenn er mich gleich seinem Inhalt nach betrübt, hat mir doch Freude gemacht.“ Den Brief beendete er mit den Worten: „Lebe wohl, ich bin zufrieden und vergnügt.“ Drei Jahre später erschoss sich Merck.

„Edel sei der Mensch,

hilfreich und gut.“

Goethe

Eigentlich sollte sich jetzt noch ein Kapitel über Anna Catharina Höhn anschließen, aber das wird alles wieder zu lang, und deshalb folgt jetzt der Schlusspunkt.

„Na; Schwamm drüber; wir sind alle Heinis.“

Arno Schmidt

dm

29. August 2013

28. August 2013 § 4 Kommentare

Illustration: Dieter Motzel

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