Nachricht aus dem Sommerloch

11. August 2013 § 24 Kommentare

Ferienflieger verschwindet spurlos in den Wolken. Foto: Frau K.

Ferienflieger verschwindet spurlos in den Wolken. Foto: Frau K.

Nachricht aus dem Sommerloch

Darmstadt

Das Ur-Sommerloch, das Original, befindet sich in Rottlich/Inn. Sorgsam behütet und abgeschirmt dient es ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken. Nur die täglichen Vermessungsdaten werden an die zuständigen Bundes- und Landesstellen weitergegeben, die sie gewöhnlich auch der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Unrühmliche Ausnahme unter den Bundesländern ist hier Bayern, das grundsätzlich nichts teilt, schon gar nichts mit der Öffentlichkeit. Die Bürger in München oder Regensburg werden deshalb auch wenig bis nichts mitbekommen haben von den dramatischen Ereignissen am Sommerloch. Innerhalb weniger Tage schrumpfte das Ur-Sommerloch um mehrere Meter. Für die Fachleute ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer sich seinem Ende zuneigt. Für die Laien benennen wir hier einmal die Dimensionen: Momentan beträgt der Durchmesser des Ur-Sommerlochs 17 Meter und 67 Zentimeter (Stand 8. August 2013). Den größten Durchmesser in diesem Jahr erreichte es am 26. Juli mit 25 Meter und 83 Zentimeter.

Unsere niederrangigen Mitarbeiter (div. Absolventen von geisteswissenschaftlichen Fakultäten, billige Praktikanten und Nietzke) sind seit vielen Wochen in der Republik unterwegs, um uns von dem noch so kleinsten Sommerloch zu berichten, das unvermutet auftaucht und oft genug Angst und Schrecken verbreitet. Nicht jede Meldung konnten wir hier veröffentlichen, sei es, weil Moral und Ethik ihre Einwände hatten oder weil Schamgefühl uns schlaflose Nächte bereitete. Freilich wollen wir auch nicht verhehlen, dass wir (Nietzke!) manchmal einfach zu spät kamen. So erfuhren wir auch erst durch die Medien, dass ein Zug der Deutschen Bahn auf offener Strecke anhielt, um die anwesenden Passagiere zu grillen. Aufmüpfige Züge scheinen überhaupt im diesjährigen Sommerloch ein großes Problem darzustellen. Nun weigern sich Züge den Mainzer Hauptbahnhof anzufahren und die Deutsche Bahn schämt sich deswegen. Aber auch hoch über unseren Köpfen schwebt das Sommerloch und droht mit Ungemach. Ein wilder Schwarm Perseiden ist im Anflug auf die Erde und wird dieser Tage über uns herfallen. Es werden bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erwartet. Von den Behörden ist keine Hilfe zu erwarten, und die Bevölkerung wird bei diesen Angriffen alleine gelassen, aber wie soll man bei dieser Menge an Sternschnuppen noch mit dem Wünschen nachkommen?

Auch vor unserer Haustür geschieht Tragisches. Vor einigen Tagen erreichte uns die Nachricht, dass ein vollbesetzter Ferienflieger spurlos in den Wolken verschwand und nicht wieder auftauchte! Wir waren vor Ort und sprachen mit einem Zeugen.

In einer kleinen Riedgemeinde, wenige Kilometer außerhalb der hessischen Landeshauptstadt Darmstadt trafen wir uns mit dem Rentner Helmut K. auf einem Feldweg, von dem aus er die schrecklichen Ereignisse am Himmel beobachtete.

Helmut K.: „Ich sags ihne glei, eigentlich hab ichs net direkt gesehe, aber gehört hab ichs, moi Frau hats aber gesehe, aber net gehört, weils se widder ihr Hörgerät dahaam vergesse hat. Aber wenn se sagt, die sieht wos, dann siehts se des aach. Ferddisch!“

Das war das eindrucksvolle und bestürzende Statement von Helmut K., einem Augenzeugen. Für jene unter unseren Lesern, die Schwierigkeiten mit dem Dialektkauderwelsch von Helmut K. haben, bieten wir hier eine Übersetzung der obigen Zeilen an: „Guten Tag, meine Name ist Helmut K., und ich bin Rentner und Augenzeuge von dramatischen Ereignissen, die sich kürzlich genau hier über unseren Köpfen abspielten. Außerdem war noch meine Frau vor Ort und betroffen. Das Flugzeug erschien unvermittelt am Horizont, flog eine leichte Linkskurve und wurde von einer Wolke verschluckt. Obwohl wir noch lange warteten, blieb das Flugzeug verschwunden. Seit dieser Zeit haben meine Frau und manchmal auch ich, schlaflose Nächte, in denen wir an die armen Passagiere denken müssen. Fertig!“

Soeben erreicht uns noch die erschreckende Meldung, dass bei Pixartix ein mittleres Sommerloch aufgetaucht ist. Wir sind vor Ort.

dm

Advertisements

§ 24 Antworten auf Nachricht aus dem Sommerloch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Nachricht aus dem Sommerloch auf haushundhirschblog.

Meta

%d Bloggern gefällt das: