Verwildert

1. September 2013 § 12 Kommentare

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Alle Fotos: dm und mb

In Deutschland gibt es rund 2000 Apfelsorten, vom Altländer Pfannkuchenapfel bis zum Zwiebel-Borsdorfer.

Etwa 7 Sorten findet man gewöhnlich im Handel.

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§ 12 Antworten auf Verwildert

  • Und diese Bienenkästen?

  • puzzle sagt:

    Darauf kann man gar nicht oft genug hinweisen, auf die Verarmung der Obstsorten auf ein weltweit schmales Spektrum. Es gibt wunderbare regional sinnvoll dem Klima angepasste leckere Sorten.
    Nur gibt es auch eine große Anzahl an optischen Perfektionisten mit verkorkstem Empfinden für natürliches Aussehen von Obst und Gemüse, die dazu beitragen.

    • Ganz genau, Puzzle, und eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen!
      Vielleicht die Hoffnung, dass die Anzahl der optischen Perfektionisten im Laufe der letzten Jahre ein wenig geringer geworden ist … und regionale Erzeuger wieder einen lohnenderen Absatzmarkt vorfinden.

  • Sofasophia sagt:

    und es sind nicht nur die äpfel, auch kartoffeln, karotten, tomaten etc. wurden reduziert. auf eine art „einheitsgeschmack“. die bewegung „pro spezie rarae“ in der schweiz gibt da gegensteuer, damit die alten sorten nicht aussterben. ein grossverteiler hat diese sorten region im sortiment. auch ist es hier nun trend, dass auch die nicht norm-geformten gemüse und früchte in den laden kommen, sprich krumme karotten etc. eine tolle entwicklung. übers bienensterben wird hierzulande viel geredet und gehandelt. ich hoffe, noch rechtzeitig … ohne bienen sterben wir aus, denke ich manchmal. und ohne biodiversität wohl auch. danke für euern artikel zu diesem wichtigen thema!

    • Nicht nur in der Schweiz gibt es Leute, die hier gegensteuern. Glücklicherweise gibt es mittlerweile fast überall diesen Trend zu regionalen Produkten. Und entscheidend, es gibt mehr Leute, die sich bewusst dafür entscheiden. Nur so haben auch regionale Erzeuger eine Chance auf einen Absatzmarkt. Letztlich ist es auch eine Frage von Qualität und Geschmack. Ich persönlich glaube nicht, dass ein Apfel, den ich essen will, vorher um die halbe Welt gekarrt werden muss. Mein Knoblauch muss auch nicht aus China zu mir kommen … und vor allem, brauche ich auch im Januar keine frischen Erdbeeren oder Tomaten auf dem Tisch. Man muss sich daran gewöhnen, dass nicht alles jederzeit zu haben ist 😉
      Danke, liebe Soso!

  • Heike Pohl sagt:

    Die besten Äpfel meines Lebens waren die aus Kindertagen. Die riesigen Streuobstwiesen in Süddeutschland. Da lag so viel Obst in den Wiesen, dass die Bauern kaum nach kamen, es einzusammeln und in die Mostereien zu bringen. Unvergesslich auch der Geruch – eine schwere Mischung aus Süße und Gärung. Mundraub – sagt, das sei lediglich Mundraub. Oder besser noch, dass die Wiese eurem Opa gehört, wenn euch einer anspricht. Das hat mein Vater uns ins Ohr geflüstert, wenn wir auf Beutezeug gingen. Ich habe nun versucht, die wunderbare Goldparmäne in meinem Garten heimisch werden zu lassen. Leider ist das nicht geglückt, das Bäumchen hat sein viertes Jahr nicht überstanden.
    Die Leute futtern Gala Royal, Prinzen und – am schlimmsten – Granny Smith oder Golden Delicious. Perfekt aussehen müssen die Äpfel und in die Norm passen. Kaum einer macht sich noch Gedanken, dass Äpfel – Obst und Gemüse generell – saisonabhängig zur Verfügung stehen und dass gerade Äpfel gelagert werden über den Winter, wie Sofasophia es oben schon schreibt. Ganz schlimm auch bei den Weintrauben, die nurmehr in Form gebrachter Zucker sind und mit Trauben selbst nichts mehr gemein haben. Sehr schade, all das. Aber kein Grund, aufzugeben. Schließlich bestimmt jeder Mensch selbst, was er kauft und was nicht 🙂
    Die Bilder sind toll. ich würd am liebsten in die Bäume klettern … wie früher.

    • Die Bilder von Streuobstwiesen, oder auch die von alten Obstbäumen, die sich vom eigenen Garten seit der Kindheit eingeprägt haben. Ja, und auch den Geruch, den überreife oder halbverfaulte Äpfel nun einmal hinterlassen, das alles ist noch sehr präsent … und zum Glück noch nicht ganz verschwunden. Die Streuobstwiesen, die noch vor einigen Jahren so verwildert waren, wie die auf unseren Fotos, werden hier wieder gepflegt, neue Bäume werden gepflanzt, alte regionale Sorten, und sie werden wieder abgeerntet, die Äpfel verarbeitet … so rigoros, dass man nach der Erntezeit keinen einzigen Apfel mehr am Boden findet. Was ich natürlich auch bedaure.
      Es gibt eben diesen Gegentrend zum Einheitsapfel, und das ist gut so. Also nicht die Hoffnung aufgeben und weiter Apfelbäume pflanzen 😉 Vor einigen Jahren wurden hier bei uns, in einer größeren Streuobstwiesen-Landschaft, die Apfelsorten gezählt. Man kam auf über 90 Apfel-Sorten.
      Vielen Dank, Heike!

  • Wunderbare Fotos, danke!
    Hier findet man eine ganze Reihe alter, seltener Sorten – nicht zum sofortigen Aufessen, sondern zum langsamen Wachsenlassen – „je nach Wunsch als Hoch-, Halb- oder Viertelstamm“: http://vern.de/katalog
    2000 alte Nutzpflanzensorten erhält der „Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V.“ nach eigenen Angaben – gute Sache!

    • Zum Glück entdeckt man diese alten Sorten wieder, nicht nur die Obstsorten, auch alte, fast vergessene Gemüsesorten werden wieder angeboten. Das ist alles eine gute Sache … Vielen Dank, Asphalt Tiger, auch für Deinen interessanten Link!

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