Nachricht aus einer anderen Welt

1. Mai 2014 § 12 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Nachricht aus einer anderen Welt

Hans-Hubert Freudel, „Der Wellensittich von Wien“. 1. Mai 1814 – 17. Juli 1897.

Heute jährt sich der Geburtstag von Hans-Hubert Freudel zum zweihundertsten Mal. 1867 erfand der begnadete Sänger Freudel zusammen mit Franz Rossbacher, dem Chorleiter der Wiener Sänger Rotunde, den Sittich-Sopran, der auch unter der Bezeichnung Sittich-Falsett bekannt wurde. Auf allen namhaften Bühnen in ganz Europa war Hans-Hubert Freudel ein gern gesehener Gast, und mit einer Gastspielreise 1878 durch die USA erlangte er Weltruhm. Der angesehene Kolumnist der New York Times, H. C. Meyers, schrieb anlässlich eines Auftrittes von Freudel: „… ganz New York befindet sich im Wiener Sittich-Sopran-Fieber …“.

dm

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§ 12 Antworten auf Nachricht aus einer anderen Welt

  • theomix sagt:

    Freudel hat ja auch maßgeblich die Entwicklung der Schnabeltassen beeinflusst.

    • Normalerweise sind wir sehr darauf bedacht, unseren Kommentatoren nicht zu widersprechen, und ihnen, zumal an einem Freitagnachmittag, ein gutes Gefühl der Bestätigung für die nächsten Tage mit auf den Weg zu geben. Hier muss ich jetzt allerdings eine Ausnahme machen, denn Deine Aussage erscheint mir historisch nicht korrekt zu sein, lieber Theomix.
      Als Erfinder der Schnabeltasse gilt nach wie vor der US-amerikanische Maler und Filmemacher Julian Schnabel. Ironischer Weise wurde er nicht durch diese Erfindung bekannt, sondern durch ein daraus resultierendes Abfallprodukt. In endlosen Versuchsreihen, die der Findung einer endgültigen Form der Schnabeltasse dienten, fiel viel Porzellan und Glas an. Diesen „Porzellanabfall“ klebte er auf große Leinwände und übertünchte alles mit Farbe. Ursprünglich waren sie als Geschenke für Familie, Freunde und Mitarbeiter gedacht. Allerdings machten diese Bilder Furore, nachdem einzelne Exemplare auf dem Kunstmarkt gelandet waren. Danach ist er so reich geworden, dass er sich sogar mehrmals verheiraten konnte, ohne Pleite zu gehen.

      • theomix sagt:

        Natürlich hat Schnabel sie erfunden. Freudel hat nur ihre Entwicklung beinflusst. Sie sehen seither wie sich aufplusternde Wellensittiche aus.
        Wo du Schnabel erwähnst: Hat er mit seinen Porzellanstudien nicht wesentlich James Polter angeregt, Hochzeitspaaren eine Porzellanperformance am Vorabend der Hochzeit anzubieten? Die Deutschamerikaner brachten es in die alte Heimat, wo dann der Polter-Abend entstand – ohne noch von der Herkunft zu wissen. War da nicht so was?

      • Gut, das mag möglich sein. Solche Beeinflussungen sind nicht selten, wenn auch in diesem Fall Freudel posthum wirkte.
        Bei Polter hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt, aber es erscheint wahrscheinlich, dass eine solche Porzellanperformance von einem Deutschamerikaner erfunden wurde, denn dieses abschließende Zerdeppern ist beiden nicht ganz fremd.

  • sehraeuber sagt:

    … ganz New York befindet sich im Wiener Sittich-Sopran-Fieber …”.
    und ich auch!

    • Ja, lieber Walter, wer einmal diese Stimme hörte, kann einfach nicht genug davon bekommen. Leider ist das Tonwerk von Freudel nur durch mündliche Überlieferungen erhalten geblieben.
      Vielen Dank, Walter!

  • Herrlich! Gut, dass Freudel dank euch nicht der Vergessenheit anheim fällt. Die Spatzen pfeifen ja noch heute sein Lob von den Dächern … Bekannt ist ja der Spruch: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Weit weniger bekannt ist der Freudel zugeschriebene Spruch: Lieber ein Sittich auf dem Kopf als eine Meise unter’m Pony.

    • So ist es, liebe Petra, allerdings hat der pfeifende Spatz ein schweres Erbe angetreten, denn der Wellensittich von Wien ist nur ungenügend zu kopieren. Letztlich können wir diesen wundersamen Gesang nur tief in unseren Herzen tragen, … weitertragen für die kommenden Generationen der Freudelianer.
      Vielen Dank, Petra!

  • Und der Sittich-Falsett stellt ja noch heutzutage eine der größten Herausforderungen für angehende Sittisch-Sopran-Sänger dar. Es ist also nur gerecht, daß dieser Künstler schon zu Lebzeiten, den Weltruhm erlangte, der ihm zweifelslos gebührt.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

    • Zweifellos hat Freudel seinen Ruhm verdient, Florian. Bis in seine letzten Stunden, die er in einem Wiener Sanatorium verbrachte, arbeitete er weiter an seinem beachtlichen Lebenswerk. Wie schade, dass seine letzte Arbeit, ein Greisen-Sonett, bis heute unvertont blieb, … und wir den zarten Sittich-Sopran, der diesen Text umschmeichelt, nur erahnen können.
      Vielen Dank, Florian, und liebe Grüße von uns!

  • tanjaernst sagt:

    Klasse! 🙂 Denkt dieser Kopfputz auch mit? … So ein Modell könnte ich derzeit dringend gebrauchen!! Schönes Wochenende! liebe Grüße Tanja

    • Schön wäre es ja, liebe Tanja, wenn der Kopfputz in kreativer Hinsicht nützen würde. Nach meiner Erfahrung stört der Lorbeerkranz auf dem Kopf nur bei der Arbeit 😉
      Vielen Dank, Tanja, und liebe Grüße auch von uns!

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