Sommertag und Insektenkram

23. Juli 2014 § 10 Kommentare

Foto: dm

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Ein schöner Sommertag mit einem strahlend blauen Himmel und üppiger Vegetation.

Sommertag mit Insektenkram

„Sie war ein Blümlein hübsch und fein,


Hell aufgeblüht im Sonnenschein.


Er war ein junger Schmetterling,


Der selig an der Blume hing.


Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm


Und nascht und säuselt da herum.


Oft kroch ein Käfer kribbelkrab


Am hübschen Blümlein auf und ab.


Ach Gott, wie das dem Schmetterling


So schmerzlich durch die Seele ging.


Doch was am meisten ihn entsetzt,


Das Allerschlimmste kam zuletzt


Ein alter Esel fraß die ganze


Von ihm so heiß geliebte Pflanze.“

Die Zeilen stammen von Wilhelm Busch und beinhalten einige sommerliche Idyllen. Schlaraffenland ist aber grundsätzlich schwierig: Irgendwo lauert immer ein alter Esel. Obwohl ich Idyllen jeder Art misstraue, darf der Schmetterling weiterhin mein Auge erfreuen und Tumulte kleiner Fliegen, in die mein Kopf bei manchen Spaziergängen gerät, werden einigermaßen stoisch ertragen. Beide, Fliege und Schmetterling, teilen sich nicht nur die Gemeinsamkeit, ein Insekt zu sein. Auch sonst sind sie sich ziemlich ähnlich. Ihre Gestalt gliedert sich in drei Teile, den Kopf, den Rumpf, und in den Hinterleib. Sie haben kein Innenskelett, und aus ihrer Chitin-Außenhülle ragen sechs Beine. Mit diesem groben Bauplan müssen alle Insekten klar kommen, und das tun sie auch sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass sie aus ihrer gleichen Bauweise eine Unmenge an Variationen entwickelten und zu der umfangreichsten aller Tiergattungen wurden.

Am frühen Morgen, wenn die Temperaturen angenehm warm sind und die Hitze noch nicht so gnadenlos zubeißt, mühen sich in meinem Kopf doch einige Klischees, die versuchen der Wirklichkeit gerecht zu werden. Schwalben, die am blauen Himmel ihre kunstvollen Flüge veranstalten, gehören sicher dazu. Nicht erst seit der vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft wissen wir, dass diese kunstvollen Flüge auch auf grünen Rasenflächen zu bewundern sind. Schon im Eröffnungsspiel hat ein Schwalbenflug den Gastgebern den Sieg beschert, und als glühender Anhänger sämtlicher Verschwörungstheorien, die weltraumweit kursieren, war ich sofort der felsenfesten Überzeugung, dass Blatter Brasilien zum Titel pfeifen lässt. Dabei übersah ich natürlich allzu gerne, dass einem japanischen Schiedsrichter eine solche Naturbetrachtung schon aus traditionellen Gründen nicht fremd ist und er beherzt dazwischen trällert:

„Als sich die Schwalben

Im raschen Fluge kreuzten,

Da ward gezwitschert.“

(Japanischer Dreizeiler von Yahan)

Foto: dm

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Bei einem Fundstück am Rande eines Feldweges bin ich bei der Bestimmung der Art keineswegs sicher gewesen. Schwalbe oder Insekt? Ich tippte auf Insekt, weil mir hierzu eine ähnlich große Gattungsvielfalt bekannt ist. Wie auch immer, es ist seltsamer Weise dort gelandet und wird sicherlich bald überwuchert sein. Aber vielleicht hat dieses Motiv der variantenreichen Ölfarbendruck-Epoche ja einen Schutzengel.

dm

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§ 10 Antworten auf Sommertag und Insektenkram

  • Sofasophia sagt:

    was die frage aufwirft, zu welcher gattung schutzengel von schwalben und insekten wohl angehören mögen. 🙂

    (toll gezwitschert und hingeguckt!)

  • Ja, auf dem zweiten Foto sind auch schon Zerfallsprozesse erkennbar, wie das Bild sich vom Rahmen löst.

    Vllt. kann man den Goldrahmen noch verkaufen??

    • Das Bild war insgesamt schon in einem desolaten Zustand. Der Rahmen war aber tatsächlich noch gut erhalten. Ich hatte allerdings keine Hand für Beutestücke frei. Außerdem war ich als Mundräuber (ein hartes Geschäft, immer dicke Backen) zu einem benachbarten Erdbeerfeld unterwegs …

      • Ja oke, die Erdbeerzeit ist inzwischen auch schon vorbei. Oder sind das die seltenenen Späterdbeeren? Dazu les ich nämlich grad von FloFi: 20.08.2009 – mhmm. späterdbeeren schmecken lecker 😉 btw. das ist mein 500. tweet

        Eija, so hat es hoffentlich noch gemundet. ^^

      • Es waren natürlich Späterbeeren 🙂

  • wildgans sagt:

    Bei solchen Anblicken möchte es mich fast ein wenig gruselfriern…

  • Sommertage = Bildungstage. Selten war ein Spaziergang mit Dir zu den Späterbeeren erhellender & humorvoller, Dieter. Da bleibt mir nur noch zu danken, während ich die Fliegen um meinen Kopf & die kleinen Affen in meinem Kopf stoisch weiter ertrage.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

    • Wobei die Fliegen um den Kopf weitaus schwerer zu ertragen sind, als ein kleiner Affe im Kopf. Mit dem lässt es sich doch ganz gut Leben:)
      Vielen Dank, Florian, und liebe Grüße von uns!

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