Sommerloch-Stories 2014, Teil1

3. August 2014 § 8 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Sommerloch-Stories 2014, Teil1

Schweinerei mit Nietzke.

Über Nacht hatte sich vor unserer Haustür ein Sommerloch entwickelt. Uns stockte der Atem, was Angesichts der bröseligen Ränder des Lochs, die instinktiv richtige Entscheidung war. Noch war es ein kleines Loch, aber es würde wachsen wollen. Um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, wiesen Schilder das Loch als Baustelle aus. Das erste diesjährige Sommerloch hat uns überrascht und noch dazu fast auf dem falschen Fuß erwischt.

Durch günstige Umstände gelangte im Frühjahr ein beachtliches Trüffelschwein aus dem französischen Périgord in unseren Besitz. Voller Vorfreude schärfte ich schon die Schlachtmesser und putzte den großen Fleischkessel spiegelblank. Durch unvorhergesehenen Widerstand musste ich meine Pläne aufgeben, und die Sau durfte weiterleben. Nietzke setzte sich mit Vehemenz für das Tier ein. Er verfolgte einen anderen Plan, der sicherlich weniger kulinarisch, aber dafür wertvoller und nachhaltiger für die gesellschaftliche Entwicklung der Republik sein würde. Er wollte in den wenigen Monaten bis zum Sommer das Trüffelschwein umschulen, um es anschließend zum Aufspüren von Sommerlöchern einzusetzen. Ein ambitioniertes Unterfangen, dem ich letztlich zustimmte. Wenn die körperliche Bedrohungslage ausgeprägt genug ist, bin ich durchaus bereit, mich einer Mehrheitsentscheidung zu beugen.

Nietzke ist seit gestern mit dem Schwein unterwegs und wird uns von Sommerloch-Funden berichten. Als letzte Nachricht erhielten wir die Mitteilung, dass er in einem Stau zum Stillstand gekommen sei. Noch ist nicht geklärt, ob er die Ursache des Staus ist, oder ob er nur die Auswirkungen des Ferienreiseverkehrs zu spüren bekommt. Wir bleiben dran!

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Anstatt das Trüffelschwein umzuschulen, schlug ich vor, es mit einem Schlitz zum Einwurf von Geldstücken zu versehen. Das hätte den Vorteil, dass dieses Sparschwein selbständig in die nächste Bankfiliale laufen könnte, um sich entleeren zu lassen. Das mühselige Schleppen des häuslichen Hartgeldvorrates hätte ein für alle Mal ein Ende. Dieser, wie ich finde, relativ geniale Vorschlag, fand allerdings keine Unterstützung.

dm

Advertisements

§ 8 Antworten auf Sommerloch-Stories 2014, Teil1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Sommerloch-Stories 2014, Teil1 auf haushundhirschblog.

Meta

%d Bloggern gefällt das: