Er stürzte vom Himmel wie ein Blitz

25. Januar 2018 § 18 Kommentare

Der Teufel steckt im Detail

Wenn man nicht ganz bei der Sache ist, wird aus dem eigenen fahrigen Tun schnell Fahrlässigkeit. Es war wenig überraschend, dass die Wäscheklammer meine kleine Schwäche nutzte und zubiss. Keine große Sache, sie erwischte die Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger. Ich war allein, deshalb schrie ich nicht vor Schmerz auf und verzichtete auch gänzlich auf minutenlanges Rumgejammere. Der Teufel, diese gestürzte Lichtgestalt, hatte sich in meinem Wäscheständer verfangen. Das wurde mir klar, als die Konstruktion noch meinen Daumen quetschte. Beim Ausklappen der Seitenteile spielten die Scharniere Fallbeil. Mein Glück, dass Rundrohre keine scharfen Kanten haben. Kein Aufschrei kam durch meine Lippen, der Teufel sollte nicht siegen, außerdem musste ja die Wäsche noch aufgehängt werden. Zwangsläufig beschäftigte mich der Gedanke, welche Rolle der Wäscheständer im Waffenarsenal des Teufels spielt. Ich erinnerte mich daran, dass vor Monaten der Wäscheständer einer Nachbarin spurlos verschwand, also ohne Wäsche, nur der Ständer. Wer klaut schon einen Wäscheständer, wenn er nichts Großes damit plant? Wir kennen solche Bilder, wenn tausende Wäscheständer durch die Straßen laufen und Parolen skandieren. Ähnlich wie Karteileichen, die in Parteien oder Vereinen, jenseits der aktiven Arbeit ihr Mitglieder-Dasein fristen, um dann bei wichtigen Abstimmungen von Vasallen herangekarrt werden. Jede Stimme zählt, und gibt auch schön Kaffee und Kuchen oder ein Herrengedeck. Warum sollte es also keine Wäscheständer-Revolution geben, wenn der Teufel das so will?

Seit vielen Jahren wohnt im gegenüberliegenden Haus eine japanische Familie. Ein Wäscheständer wird dort fast täglich neu bestückt. Regelmäßig schaut die Frau nach der Wäsche, prüft jedes Stück sorgsam, so manches wird hierhin und dorthin umgehängt. Der Trocknungsprozess der Wäsche wird mit ihren Händen sorgsam begleitet. Manchmal denke ich, dass erst die Aufmerksamkeit, die sie jedem Wäschestück zukommen lässt, eine Trocknung überhaupt möglich macht. Was bleibt, ist das sichere Gefühl einer Beständigkeit. Auch wenn sich die ganze Welt verändert. Solange auf ihrem Balkon die Wäsche trocknet, ist alles in Ordnung und der Teufel hat keine Chance.

dm

 

Alle Linoldrucke: Dieter Motzel

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Meerzeugs

17. Januar 2018 § 11 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Meerzeugs

Der Strand war menschenleer. Ein feiner, unangenehmer Nieselregen brachte den Gedanken, sich am Wasser bewegen zu wollen, schnell zum Erlöschen. Einige Cafés jenseits der Strandpromenade wären sicher für einige verlockender gewesen, aber sie hatten alle geschlossen. Einzig vor einem Hotel war so etwas wie Betriebsamkeit zu spüren, ein Bus hielt davor. Auf die Entfernung betrachtet, bestand seine Fracht aus leuchtender Funktionskleidung, die sich sehr schnell bewegte, um in das trockene Hotelfoyer zu gelangen.

Zeichnungen: Dieter Motzel

Am vergangenen Tag und schlimmer noch in der Nacht, hatte hier ein Sturm mächtig geblasen und die Schaumkronen der aufgewühlten See am Ufer verteilt. Der gelbe Schaum, den die Gischt auf den zu Hügeln aufgetürmten Tang und Algen hinterließ, garniert mit allerlei Plastikmüll, zeichnete spiegelbildlich am Ufer die Wellen ab, die alles hierhin transportiert hatten. Gestaffelte Wälle für alles, was im Meer seinen Halt verloren hatte. Dazwischen lagen Unmengen an Schalentieren als lohnendes Bankett für spitze Schnäbel. Unter den Schuhsohlen knackten feine Panzer und der Kalk von Muscheln. Hin und her geschoben von der Kraft des aufgewühlten Meerwassers, gab der feine Sand des Strandes lange verschwundene Dinge frei, und ließ andere wieder für lange Zeit verschwinden, vielleicht auch nur bis zum nächsten Sturm.

Zeichnungen: Dieter Motzel

Ob die tote Möwe nun freigespült, oder aber gerade vom Wasser vergraben wurde, kann wohl keiner so genau sagen. Die nassen Federn boten dem Wasser keinen Widerstand mehr, und obwohl er es augenscheinlich nicht war, wirkte der Körper mit den antennenartigen abstehenden Federn arg zerrupft.

Zeichnung: Dieter Motzel

Auf einem Holzsteg der ins Meer hinaus ragte, und vor dessen Betreten ausdrücklich per Schild gewarnt wurde, hatte sich eine junge Möwe niedergelassen, um jeden den Zugang zu erschweren. Resolut und sehr lautstark, nahm sie ihre Aufgabe sehr ernst. Nach einem minutenlangem Gezeter war sie so heiser, dass nur noch ein leises Krächzen zu vernehmen war. Dem Meer war auch die Puste ausgegangen, und nur der Wind war noch bei der Arbeit und riss ein Loch die Wolkendecke.

dm

Heute Kulinarisches: Sandwich

12. Januar 2018 § 15 Kommentare

Digital-Druck in fünf Farben. Dieter Motzel

Heute Kulinarisches: Sandwich

Wie ich eine S-W-Zeichnung in 5 Scheiben schneide, diese in Schichten übereinander lege und im Drucker überbacke.

Ein günstiges und gesundes Kunst-Gericht, das sich in einer kleinen Küche ohne großen Aufwand bewerkstelligen lässt. Ob für 2 oder für 12 Gäste, diese Mahlzeit gelingt auch dem ungeübten Koch. Dank ausgewogener Zutaten hat es einen ausgezeichneten Nährwert und belastet auch den schmalen Geldbeutel nur gering. Erstaunlicherweise macht es trotz ausreichender Sättigung Appetit auf mehr, und das ist nicht gering zu schätzen. Aber aufgepasst: Bei allzu schöner Dekoration mit herzerfrischenden Farben, wird man die Geister Gäste, die man rief, nicht mehr los.

Jedes Rezept fängt mit den Zutaten an. Ein Blick in den Vorratsschrank könnte nützlich sein, dort wird sich vielleicht noch einiges von dem finden, das wir brauchen werden. Ansonsten kann ein Besuch auf dem örtlichen Wochenmarkt nicht schaden, dort kann man den fehlenden Rest besorgen. Alle Zutaten, die wir für unser Sandwich brauchen, sind haltbar, können also schon Tage vorher besorgt werden, ohne dass es zu einem messbaren Qualitätsverlust kommt. Natürlich gilt aber auch hier: Je frischer, desto besser! Der Zeitgeistperformte kann gerne auf regionale Bio-Produkte zugreifen (ich selbst nutze solche Einkäufe gerne, um mir Tiefkühlpizzen für den kleinen Hunger zwischendurch zu besorgen, die sind immer so schön schmackhaft, und außerdem geht nichts über eine guten Analogkäse).

Was in der Küche vorhanden sein sollte:

1 Arbeitsfläche

1 Drucker

1 Scanner

1 Rechner (mit einem Bildbearbeitungsprogramm)

1 Doppelsteckdose (eventuell vorher die Stromrechnung noch bezahlen)

1 Holzbrett

1 Klopfer

Diese Zutaten müssen besorgt werden:

6 Blatt A4 Kopierpapier (80/90g)

1 Bleistift

1 Pinsel

2 EL schwarze Tusche

Zeichenpapier A4 (120/140g), Menge und Sorte nach Hunger und Geschmack

Salz und Pfeffer

0,7l Rotwein

Der ungeübte Koch sollte sich nicht unnötig einem Druck auszusetzen. Deshalb rechtzeitig mit der Arbeit beginnen, damit nicht die ersten Gäste schon in der Tür stehen, während man noch mit den Einkäufen beschäftigt ist. Ist die Arbeitsfläche frei von störenden Dingen, wie Müllbehälter, die noch in Gut oder Böse getrennt werden müssen, kann die Arbeit beginnen. Als Erstes legen wir das Holzbrett vor uns auf die Arbeitsfläche, hier bitte auf ein sauberes und planes Aufliegen achten. Nun nehmen wir den Klopfer und schlagen damit dreimal auf das Holzbrett (nicht mehr, nicht weniger). Dieser Vorgang wird für ein gutes Gelingen sehr nützlich sein. Wer beim Holzklopfen bemerkt, dass seine Muskeln noch verkrampft sind, sollte sich nun einen Teil des Rotweins in ein Glas füllen und dieses in kurzen zügigen Schlucken leeren. Mit einer Entspannung der Muskulatur kann nun in Kürze gerechnet werden. Als nächstes legen wir ein Blatt Kopierpapier vor uns auf die Arbeitsfläche und zeichnen mittels des Bleistiftes eine wunderbare Vorlage für unser Sandwich. Es obliegt ganz dem Koch, wie weit er hier ins Detail gehen mag. Dem einen genügt eine grobe Skizze, der andere mag gerne friemeln, es gilt: wie es euch gefällt. Nach getaner Arbeit wird diese Vorlage völlig überflüssig sein und kann im Altpapier entsorgt werden. Verliebt euch also nicht in eure Vorlage, sondern freut euch lieber auf das fertige Sandwich. Die Vorlage ist nur das Mittel zum Zweck.

Die Vorzeichnung

Der geübte Koch kann sich nun schon das fertige Kunst-Gericht imaginieren und könnte die weitere Arbeit einstellen. Der ungeübte Koch sieht nur eine Bleistift-Zeichnung. Und genau diese muss er nun in fünf Farben zerlegen. Schritt für Schritt ist das relativ einfach, dazu haben wir ja die Vorlage. Wir nehmen nur ein weiteres Blatt Kopierpapier und legen es passgenau auf das Vorlagenblatt. Beide Papierblätter sollten ganz genau übereinanderliegen, so als würde ein einziges Blatt vor euch liegen. Nun übertragen wir mit dem Bleistift die wesentlichen Fixpunkte der Vorlagen-Zeichnung, die wir für eine Farbe brauchen, auf das darüber liegende Papier. Wer nicht durch Papier schauen kann, um die Zeichnung zu übertragen, sucht sich ein Fenster, am besten geputzt, sodass Tageslicht durch die Scheiben dringen kann. Wer beide Blätter auf der Fensterscheibe positioniert, wird feststellen, dass er doch durch Papier schauen kann, und einer Übertragung vom einen zum anderen Blatt sollte nichts mehr im Wege stehen. In unserem Beispiel aus dem Kochbuch wird als erste Farbe die „Zeichnungsfarbe“ übertragen. Diese Farbe trägt die wesentlichen Informationen unseres späteren Sandwichs in sich. Den Bleistift-Übertrag bearbeiten wir nun mit Pinsel und Tusche, bis das Ergebnis einigermaßen mit unseren Vorstellungen korrespondiert.

Die „Zeichnungs“farbe

Ausgehend von unserer Vorlage verfahren wir mit allen Farben so, wie mit der Ersten beschrieben. Das sieht am Ende dann so aus.

Die Hintergrundfarbe

Die Vordergrundfarbe

Die Figurenfarbe

Die Zusatzfarbe für einzelne Elemente

Wenn die fertigen Blätter vor uns liegen, können wir damit beginnen, sie einzuscannen. Man muss immer auf Passgenauigkeit achten, d. h. immer kantengleich anlegen, immer die gleiche Größe beibehalten, in unserem Fall A4. Die Scans werden nun in einem Bildbearbeitungsprogramm jeweils mit unserer Wunschfarbe eingefärbt. Der Drucker kann nun vorgeheizt werden und es ist an der Zeit, sich das zweite Glas vom Rotwein zu gönnen. Wenn der Drucker auf Temperatur ist, schicken wir die erste Farbe, die wir drucken wollen zu ihm. Unser Sandwich nimmt nun Form an, wenn wir das Zeichenpapier in beliebiger Menge mit der ersten Farbe bedrucken. Sind die Blätter bedruckt, wiederholen wir den Vorgang mit der zweiten Farbe. Dann kommt die Dritte dazu, bis alle Farben einzeln gedruckt sind. Fertig ist unser leckeres Sandwich. Wer mag, kann mit Salz und Pfeffer den Geschmack abrunden. Guten Appetit!

Die Vordergrund- und die Hintergrundfarbe im Zusammendruck

Als dritte Farbe (und als dritter Druckgang) kommt die Figurenfarbe dazu

Deshalb heißt die Zeichnungsfarbe Zeichnungsfarbe. Der vierte Druckgang

Mit dem fünften Druckgang: Ich hab fertig.
Alle Abb.: Dieter Motzel

Wie es beim Kochen halt so ist, in diesem kleinen Kunst-Gericht stecken schon fast alle Prinzipien, die für eine mehrfarbige Original-Grafik ihre Gültigkeit haben.

dm

Im Wald, nichts

4. Januar 2018 § 18 Kommentare

Foto: dm

Im Wald, nichts

Wie Verkehrsampeln leuchten die grünen Moose auf dem braunen Waldboden. Dicke, abgebrochene Äste und im Unterholz liegende Holzstämme sind mit einem grünen weichen Pelz überzogen. Vermutlich liegen sie schon Jahre hier, vielleicht hat eine unbekannte Kraft sie aber erst vor wenigen Tagen umgestoßen. Kaum am Boden liegend, beginnen schon die Flechten und Moose mit ihrer Arbeit und überziehen alles, wenn die Gegebenheiten günstig sind. Und natürlich die Pilze, oder besser das, was wir als Pilze bezeichnen. Sie schieben sich aus dem Boden oder aus dem absterbenden Holz der Baumstämme. Eine verletzte Stelle in der Rinde reicht aus, um den Pilzsporen eine Angriffsfläche und damit einen neuen Lebensraum zu bieten.

Zeichnung: „Morgengrauen“, Dieter Motzel

Wenn jetzt noch ein Rabe vor mir auf einem Ast sitzen und mich heiser ankrächzen würde, wäre ich fast geneigt mir einzubilden, dass ich gerade durch eine mystische Ursuppe in einem schlechten Fernsehfilm spaziere. Aber ich bin der einzige Galgenvogel weit und breit. Feuchtigkeit hat sich wie ein Teppich über den Wald gelegt. Ein Teppich, der längst vollgesogen ist. Ich lausche und bilde mir ein, das Schmatzen der Pilze im Totholz zu hören, aber es sind nur meine Schuhsohlen, die sich geräuschvoll vom nassen Waldboden lösen.

Aquarell: Dieter Motzel

Wildschwein-Rüssel haben den Boden durchpflügt. Die Spuren scheinen noch frisch zu sein. Zehn Meter vor mir hat sich der Hund in Hab-acht-Stellung positioniert. Einen Vorderlauf angewinkelt, hält er die Nase in den Wind. Sein ganzer Körper ist angespannt. Ein kleines Geräusch oder ein verlockender Geruch reichen jetzt aus, um ihn durchs Unterholz jagen zu lassen. Mein Pfiff unterbricht diesen Vorgang, und er kommt in meine Richtung getrottet. Unwillig natürlich. Selbst mit dem Messer, das ich in der Tasche trage, stehen die Chancen ziemlich schlecht, es mit einem aufgescheuchten Wildschwein in handelsüblicher Größe aufzunehmen. Mein Kopfkino denkt an Wildschweinbraten à la Obelix, in der realen Welt wäre es dann eher geschnetzelter Dieter in roter Soße. Einmal mit der Nase des Hundes zu riechen, würde mir gefallen. Meinem Riechorgan fehlt jegliche Feinabstimmung, und hier nehme ich nur den modrigen Geruch der Verwesung und Zersetzung wahr. Mit der Hundenase würde ich wohl auch Lebendiges riechen.

Aquarell: Dieter Motzel

Wer hier länger stehenbleibt, darf sich nicht wundern, wenn plötzlich Pilze aus der Hosentasche wachsen. Hier wuchert natürlich meine Phantasie, aber zu gerne würde ich sehen, wie die Myzel, der eigentliche Pilz, den Boden durchzieht. Kleinste Fäden, die alles durchwuchern, ein ausuferndes Pilzgeflecht unter den Füßen, das nur darauf wartet, riesige Fruchtkörper nach oben zu schieben, um mit seinen Sporen neue Lebensräume zu erobern.

Während ich vor gefühlt hundert Jahren noch das Bedürfnis hatte, Pilze oder was sonst so noch wächst, in eine Beutetasche zu stopfen, um sie am heimischen Zeichentisch nochmal genauestens abzuwandern, erst mit dem Auge, dann mit dem Stift, genügt mir heute der Blick vor Ort. Manchmal mit Skizze, manchmal mit fotografischem Bild und manchmal als pure Leidenschaft, den Augen freien Lauf zu lassen, ohne sich der Disziplin zu unterwerfen, eine Linie zu finden. Der botanische Zeichentisch existiert nur noch in seltenen Einzelfällen. Das hat einen unschätzbaren Vorteil, die Stinkmorchel stinkt nun woanders, und auch die Pflanzengalle öffnet sich nicht mehr an meinem Zeichentisch, um hunderte kleiner Fliegen frei zu setzen. Alles hat seine Zeit.

Foto: dm

Foto: dm

Foto: dm

Ein paar Baumstämme auf meinem Weg haben ihre Zeit schon hinter sich gelassen, und auf ihnen hat nun eine kleine Schönheit mit dem poetischen Namen Schmetterlingstramete ihre Blütezeit. In üppigen Kolonien schiebt sie ihre feinen Fruchtkörper aus dem sterbenden Holz des Baumes. Für mich sieht es immer so aus, als würden diese zarten „Schmetterlingsflügel“ die Jahresringe des Baumes nach außen transportieren. Während im Innern der eigentliche Pilz alle festen Holzbestandteile zersetzt, zeigen sich die Jahresringe – wie die Seele des Baumes – im Fruchtkörper des Pilzes. Das ist natürlich großer Quatsch, aber der Gedanke gefällt mir trotzdem.

dm

Klugscheißer-Nachtrag:

Die Schmetterlingstramete ist ein sogenannter Vital-Pilz. Bösartig betrachtet heißt das nichts anderes, als dass mit ihm und seinen Wirkstoffen gutes Geld zu verdienen ist. Wissenschaftlich ist er bestens durchleuchtet worden und er wirkt nachweislich entgiftend, antiviral und antibakteriell. Als Begleiter von Chemo- oder Strahlentherapie bei Krebserkrankungen reduzieren die Wirkstoffe des Pilzes die Nebenwirkungen. Vermutlich weiß das jede mitteleuropäische Halbtags-Kräuterhexe und jeder Berufs-Druide. Jedenfalls wusste das schon die allseits bekannte Gletscher-Mumie Ötzi vor über 5.000 Jahren. Der hatte in seiner Reiseapotheke zwei Birkenporlinge dabei, das sind Verwandte der Schmetterlingstramete mit ähnlichen Wirkstoffen.

Und des Zeichners Beitrag:

Der „kleine Sporentraum“ war 2011 schon mal hier im Blog zu sehen. Jetzt passt er nochmal ganz gut. Fragt mich bitte nicht, welche Pilze ich eingeworfen hatte, ich weiß es nicht mehr;)

Alle Bilder: Dieter Motzel

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