Heute Kulinarisches: Sandwich

12. Januar 2018 § 15 Kommentare

Digital-Druck in fünf Farben. Dieter Motzel

Heute Kulinarisches: Sandwich

Wie ich eine S-W-Zeichnung in 5 Scheiben schneide, diese in Schichten übereinander lege und im Drucker überbacke.

Ein günstiges und gesundes Kunst-Gericht, das sich in einer kleinen Küche ohne großen Aufwand bewerkstelligen lässt. Ob für 2 oder für 12 Gäste, diese Mahlzeit gelingt auch dem ungeübten Koch. Dank ausgewogener Zutaten hat es einen ausgezeichneten Nährwert und belastet auch den schmalen Geldbeutel nur gering. Erstaunlicherweise macht es trotz ausreichender Sättigung Appetit auf mehr, und das ist nicht gering zu schätzen. Aber aufgepasst: Bei allzu schöner Dekoration mit herzerfrischenden Farben, wird man die Geister Gäste, die man rief, nicht mehr los.

Jedes Rezept fängt mit den Zutaten an. Ein Blick in den Vorratsschrank könnte nützlich sein, dort wird sich vielleicht noch einiges von dem finden, das wir brauchen werden. Ansonsten kann ein Besuch auf dem örtlichen Wochenmarkt nicht schaden, dort kann man den fehlenden Rest besorgen. Alle Zutaten, die wir für unser Sandwich brauchen, sind haltbar, können also schon Tage vorher besorgt werden, ohne dass es zu einem messbaren Qualitätsverlust kommt. Natürlich gilt aber auch hier: Je frischer, desto besser! Der Zeitgeistperformte kann gerne auf regionale Bio-Produkte zugreifen (ich selbst nutze solche Einkäufe gerne, um mir Tiefkühlpizzen für den kleinen Hunger zwischendurch zu besorgen, die sind immer so schön schmackhaft, und außerdem geht nichts über eine guten Analogkäse).

Was in der Küche vorhanden sein sollte:

1 Arbeitsfläche

1 Drucker

1 Scanner

1 Rechner (mit einem Bildbearbeitungsprogramm)

1 Doppelsteckdose (eventuell vorher die Stromrechnung noch bezahlen)

1 Holzbrett

1 Klopfer

Diese Zutaten müssen besorgt werden:

6 Blatt A4 Kopierpapier (80/90g)

1 Bleistift

1 Pinsel

2 EL schwarze Tusche

Zeichenpapier A4 (120/140g), Menge und Sorte nach Hunger und Geschmack

Salz und Pfeffer

0,7l Rotwein

Der ungeübte Koch sollte sich nicht unnötig einem Druck auszusetzen. Deshalb rechtzeitig mit der Arbeit beginnen, damit nicht die ersten Gäste schon in der Tür stehen, während man noch mit den Einkäufen beschäftigt ist. Ist die Arbeitsfläche frei von störenden Dingen, wie Müllbehälter, die noch in Gut oder Böse getrennt werden müssen, kann die Arbeit beginnen. Als Erstes legen wir das Holzbrett vor uns auf die Arbeitsfläche, hier bitte auf ein sauberes und planes Aufliegen achten. Nun nehmen wir den Klopfer und schlagen damit dreimal auf das Holzbrett (nicht mehr, nicht weniger). Dieser Vorgang wird für ein gutes Gelingen sehr nützlich sein. Wer beim Holzklopfen bemerkt, dass seine Muskeln noch verkrampft sind, sollte sich nun einen Teil des Rotweins in ein Glas füllen und dieses in kurzen zügigen Schlucken leeren. Mit einer Entspannung der Muskulatur kann nun in Kürze gerechnet werden. Als nächstes legen wir ein Blatt Kopierpapier vor uns auf die Arbeitsfläche und zeichnen mittels des Bleistiftes eine wunderbare Vorlage für unser Sandwich. Es obliegt ganz dem Koch, wie weit er hier ins Detail gehen mag. Dem einen genügt eine grobe Skizze, der andere mag gerne friemeln, es gilt: wie es euch gefällt. Nach getaner Arbeit wird diese Vorlage völlig überflüssig sein und kann im Altpapier entsorgt werden. Verliebt euch also nicht in eure Vorlage, sondern freut euch lieber auf das fertige Sandwich. Die Vorlage ist nur das Mittel zum Zweck.

Die Vorzeichnung

Der geübte Koch kann sich nun schon das fertige Kunst-Gericht imaginieren und könnte die weitere Arbeit einstellen. Der ungeübte Koch sieht nur eine Bleistift-Zeichnung. Und genau diese muss er nun in fünf Farben zerlegen. Schritt für Schritt ist das relativ einfach, dazu haben wir ja die Vorlage. Wir nehmen nur ein weiteres Blatt Kopierpapier und legen es passgenau auf das Vorlagenblatt. Beide Papierblätter sollten ganz genau übereinanderliegen, so als würde ein einziges Blatt vor euch liegen. Nun übertragen wir mit dem Bleistift die wesentlichen Fixpunkte der Vorlagen-Zeichnung, die wir für eine Farbe brauchen, auf das darüber liegende Papier. Wer nicht durch Papier schauen kann, um die Zeichnung zu übertragen, sucht sich ein Fenster, am besten geputzt, sodass Tageslicht durch die Scheiben dringen kann. Wer beide Blätter auf der Fensterscheibe positioniert, wird feststellen, dass er doch durch Papier schauen kann, und einer Übertragung vom einen zum anderen Blatt sollte nichts mehr im Wege stehen. In unserem Beispiel aus dem Kochbuch wird als erste Farbe die „Zeichnungsfarbe“ übertragen. Diese Farbe trägt die wesentlichen Informationen unseres späteren Sandwichs in sich. Den Bleistift-Übertrag bearbeiten wir nun mit Pinsel und Tusche, bis das Ergebnis einigermaßen mit unseren Vorstellungen korrespondiert.

Die „Zeichnungs“farbe

Ausgehend von unserer Vorlage verfahren wir mit allen Farben so, wie mit der Ersten beschrieben. Das sieht am Ende dann so aus.

Die Hintergrundfarbe

Die Vordergrundfarbe

Die Figurenfarbe

Die Zusatzfarbe für einzelne Elemente

Wenn die fertigen Blätter vor uns liegen, können wir damit beginnen, sie einzuscannen. Man muss immer auf Passgenauigkeit achten, d. h. immer kantengleich anlegen, immer die gleiche Größe beibehalten, in unserem Fall A4. Die Scans werden nun in einem Bildbearbeitungsprogramm jeweils mit unserer Wunschfarbe eingefärbt. Der Drucker kann nun vorgeheizt werden und es ist an der Zeit, sich das zweite Glas vom Rotwein zu gönnen. Wenn der Drucker auf Temperatur ist, schicken wir die erste Farbe, die wir drucken wollen zu ihm. Unser Sandwich nimmt nun Form an, wenn wir das Zeichenpapier in beliebiger Menge mit der ersten Farbe bedrucken. Sind die Blätter bedruckt, wiederholen wir den Vorgang mit der zweiten Farbe. Dann kommt die Dritte dazu, bis alle Farben einzeln gedruckt sind. Fertig ist unser leckeres Sandwich. Wer mag, kann mit Salz und Pfeffer den Geschmack abrunden. Guten Appetit!

Die Vordergrund- und die Hintergrundfarbe im Zusammendruck

Als dritte Farbe (und als dritter Druckgang) kommt die Figurenfarbe dazu

Deshalb heißt die Zeichnungsfarbe Zeichnungsfarbe. Der vierte Druckgang

Mit dem fünften Druckgang: Ich hab fertig.
Alle Abb.: Dieter Motzel

Wie es beim Kochen halt so ist, in diesem kleinen Kunst-Gericht stecken schon fast alle Prinzipien, die für eine mehrfarbige Original-Grafik ihre Gültigkeit haben.

dm

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