Nachts sind alle Farben erfunden

3. Februar 2018 § 22 Kommentare

Eine Schmierzettel-Leinwand. Dieter Motzel

Nachts sind alle Farben erfunden

„Wollen Sie die Farbinformation verlieren?“, fragt freundlicherweise mein Bildbearbeitungsprogramm, wenn ein Farbbild in Graustufen umgewandelt werden soll. Es sei nur am Rande bemerkt, dass das Bild dabei natürlich mehr verliert, als nur die Farbinformation. Ich kann mich nicht erinnern, dass der Winter mir diese nicht unwichtige Information, als Option zur Verfügung gestellt hätte. Ich musste einfach hinnehmen, dass die Farbinformation über Monate verloren ging. Grau, Grau und Grau, gerne zusammengefasst als Grau-in-Grau. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung, lässt uns der Deutsche Wetterdienst wissen, ist ein Winter noch nie so grau und trüb gewesen wie der diesjährige. Erstaunlich, dass ein Farbreiz, der dunkler als Weiß und heller als Schwarz ist, so bestimmend sein kann. Das Adjektiv gräulich ist mit Abscheu und Widerwillen verbunden, und so ziemlich alle grauen Wortverwendungen enden irgendwo in diesem Bereich. Vom Alltagsgrau bis zur grauen Maus summiert sich viel Negatives auf eine Farbe, die gar keine ist. Grau sollte als Gefühl bezeichnet werden, oder als eine Emotion, die kräftig nach unten Austritt. Wenn ich mir einen solchen Grau-in-Grau-Tag auf den digitalen Bildschirm legen würde, (Bildschirm fixiert, wie wir nun mal sind), könnte ich theoretisch 256 Grauabstufungen wahrnehmen. Immerhin ein schönes Spektrum zwischen Schwarz und Weiß, das uns einen grauen Tag differenzieren lassen würde. In Anbetracht dessen, dass das menschliche Auge so grob geschätzt 60 Grautöne unterscheiden kann, hätte der 256-Grauabstufungen-Tag immer noch mehr zu bieten, als wir wahrnehmen. So gesehen, hat ein Grau-in-Grau-Tag noch reichlich Luft nach oben, wenn wir sie nur wahrnehmen könnten.

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldener Baum“, lässt Goethe in seinem Faust sprechen. Rein praktisch bin ich weniger bei Mephistopheles, der verheißungsvoll das Leben in grüngoldener Verlockung erscheinen lässt, als Zeichner mag ich einfach den grauen Sumpf aus verschwärzlichter Farbpampe, hier fühle ich mich rechtschaffen wohl. Aristoteles, der in seinem Werk „Über die Sinne“ zu der Annahme kam, dass Farben sich in unterschiedlichen Mischungen aus Schwarz und Weiß zusammensetzen, erscheint mir dann näher, völlig unabhängig von allen physikalischen und neurologischen Erkenntnissen. Einige halten Farben sowieso nur für eine Erfindung unseres Gehirns. Der Ursprung aller Bilder ist für mich Schwarz-Weiß in vielen Schattierungen, und die Farben mag sich bitte jeder selbst denken.

dm

Zeichnung: Dieter Motzel

Zeichnung: Dieter Motzel. Wer hier eine Farbe entdeckt, der hat sie sich erfunden.

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§ 22 Antworten auf Nachts sind alle Farben erfunden

  • Sofasophia sagt:

    Ich mag ihn, deinen philosophischen Diskurs über das Grau. Sehr.

  • Klausbernd sagt:

    Lieber HHH,
    da hast du mich ja bei meinem Interesse getroffen. Vor vielen Jahren wurden zwei Bücher von mir in einigen Publikums- und Kunstbuchverlagen zur Farbe Schwarz und zur Farbe veröffentlicht („Das Geheimnis der Farbe Schwarz“ und „Das Geheimnis der Farbe Weiss“). Dabei fiel mir auf, dass jenes Buch zu Schwarz sich fast doppelt so gut verkauft hatte als jenes zu Weiß. Bei den Recherchen zu diesen Büchern stieß ich natürlich auch auf Aristoteles, der freilich zu allem was gesagt hatte. Für ihn sind, nach meinem Verständnis, Schwarz und Weiß als Goethes Finsternis und Licht zu sehen und somit sind wir bei Goethes Farbenlehre, nach der die Farben ein Ergebnis des Kampfes zwischen Licht und Finsternis darstellen.
    Die Grautöne waren lange Zeit verpönt und erst mit der Erfindung der Daguerrotypie in den 30er Jahren des 19. Jh. rückten sie ins Bewusstsein weiterer Teile der Bevölkerung. Auf einmal wurden die Grautöne befreit und als interessante Farben angesehen. Ich schreibe hier freilich über die unbunten Grautöne (mit den bunten Grautönen hatte sich ja schon Hölzel ausgiebig beschäftigt). Ich bin ein Freund der Grautöne. Sie scheinen mir insofern ehrlicher als die prismatischen Farben zu sein, da sie nicht verhehlen, dass ein Abbild der Welt in Grautönen ein Artefakt ist, also ein Abbild der Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst.
    Für mich haben Grautöne entgegen der Menung von Mephistopheles etwas Edeles, geradezu eine zurückhaltene Eleganz und sie kontrastieren meist anmutig mit allen prismatischen Farben.
    Das Grau in der Meteorologie, also Goethes ‚Trübe‘, ist ja eine Licht- und keine Oberflächenfarbe und bei Lichtfrben haben wir es eh mit anderen Farbgesetzen zu tun. Was ich hier schrieb, bezog sich auf Oberflächenfarben.
    Das nur als kleine Anmerkung, gaue Theorie sozusagen 😉
    Mit herzlichen Grüßen
    Klausbernd

    • Lieber KBV,
      danke für Deinen ausführlichen Kommentar, der für mich einige interessante Ansatzpunkte beinhaltet, jenseits der reinen (Farb)lehre. Bei aller wissenschaftlicher Erkenntnis und dem Wissen darum, geht es mir eigentlich immer um die persönliche Wahrnehmung von Farben, die natürlich, wie alles, sehr beeinflussbar und stark von unserem Wissen über die Welt geprägt ist. Je nachdem wie man es sehen mag, zeigt sich ja hier auch die Stärke oder eben die Schwäche von Goethes Farbenlehre. In dem er Newtons Erkenntnisse ignorierte, die auf objektiver wissenschaftlicher Beobachtung beruhten, nahm er seiner Farbenlehre ein Stück Wissenschaftlichkeit, die er gerne für sich beansprucht hätte. Aus meiner heutigen Sicht mindert das nicht unbedingt seine Leistung, aber es ist eben „nur“ die Leistung seiner subjektiven Beobachtung. (In der heutigen Soziologie trifft man ja häufiger auf dieses Phänomen, dass die eigene Meinung zur objektiven wissenschaftlichen Erkenntnis erklärt wird;). Zwischen Licht und Finsternis gibt es eben auch den trüben Bereich. Wobei wir wieder im grauen Bereich sind. Angeblich ist ja weltweit Blau die beliebteste Farbe, vielleicht irre ich mich, aber ich denke, dass Grau eine der wichtigsten Farben ist. In vielen Gestaltungsbereichen ist sie nicht wegzudenken, weil sie sich mühelos mit allen erdenklichen Farben kombinieren lässt, ohne dabei ihr neutrales (edles) Standing zu verlieren. Für eine Farbe sozusagen der ideale Begleiter, um die eigene Wertigkeit zu erhöhen.
      „Sie scheinen mir insofern ehrlicher als die prismatischen Farben zu sein, da sie nicht verhehlen, dass ein Abbild der Welt in Grautönen ein Artefakt ist, also ein Abbild der Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst.“
      Diesem Satz von Dir kann ich nur zustimmen, und er deutet in eine Richtung, die wenig diskutiert wird, obwohl wir meiner Meinung nach, in unserer digitalisierten Welt, das reine Abbild einer Wirklichkeit immer mehr verlieren, und unsere Wahrnehmungsmöglichkeiten sich dadurch immer mehr einschränken. Die digitale Welt reduziert unsere Farbwahrnehmung ganz erheblich. Für mich als Maler und Zeichner habe ich immer das Bedürfnis, meinen Bildern eine gewisse Wahrhaftigkeit mit auf den Weg zum Betrachter zu geben, diese Wahrhaftigkeit lässt sich aber nur im Original entdecken. Und nur dort kann man entdecken, dass Schwarz eben nicht nur Schwarz ist, sondern eine Tiefe oder einen Farbschimmer, eine Haptik aufwiesen kann, die als Datenpaket nicht mehr sichtbar wird. Dasselbe ließe sich auch von allen anderen Farben sagen. Die grauen Bilder, die ich zum Blogartikel eingestellt habe, entsprechen nicht mehr der Wirklichkeit. Das samtene Grau der Originale, wird durch ein Dreifarbengrau abgelöst, dessen Matsche weder ein Abbild der Wirklichkeit, noch die Wirklichkeit selbst zeigt. Ach ja, grau ist alle Theorie … und immerhin, eine reduzierte Wirklichkeit kann uns auch nicht mehr überfordern;)
      Vielen Dank nochmal für Deinen Kommentar und herzliche Grüße, auch an Dina!

      • Klausbernd sagt:

        Lieber HHH,
        ich danke dir ganz herzlich für deine ausführliche Antwort.
        Nur kurz vorweg zu Goethe und Newton: Der große Unterschied zwischen beiden lag darin, dass Goethe durch das Prisma auf Objekte schaute, während Newton vor ihm die Farbbrechung des Lichtes auf den Objekten betrachtete. Aber, ehrlich gesagt, in seinen Gedichten zur Farblehre zeigt sich der Herr Geheimrat hysterisch und autoritär.
        Ich gebe dir recht, mit der subjektiven Betrachtung der Farben. Schon Einstein meinte ja, der einzig objektive Standpunkt des Beobachters sei sein subjektiver, was Heisenberg dann begeistert aufnahm. Wenn ich deine Bilder betrachte – die mir übrigens gut gefallen – oder wenn ich ins Museum gehe, was ich liebe, dann betrachte ich subjektiv. Mein Amusement ist ein subjektives. Allerdings könnte ich hier auch gleich ein obwohl setzen, denn die Subjektivität der Wahrnehmung geht ja auch wieder auf Objektives zurück. Jung hätte hier von Archetypen geredet, quasi eine Grammatik der Wahrnehmung. Dazu kommt noch, was am Bilderwelten uns in unserer Kultur umgibt. Und da ist auffallend, je exklusiver sich ein Objekt präsentieren möchte, desto eher werden die meist dunklen Grautöne benutzt. Was wir gewöhnt sind, ’schwarz‘ zu nennen, also ein dunkler Grauton, veredelt einen Gegenstand. Das ist die ‚black Magic‘, die unsere Wahrnehmung beherrscht, da sie üblich ist. Das ist ein interessanter Grenzbereich zwischen objektiver und subjektiver Wahrnehmung, bei dem ich nicht mehr ganz durchschaue.
        Deine Aussage, dass uns eine reduzierte Wirklichkeit nicht mehr überfordert, finde ich sehr treffend. Vielen Dank für diesen Aspekt, der mir zuvor nicht in den Sinn gekommen war.
        Lange Rede, kurzer Sinn: Ich glaube, wie der einzelne sieht, ist abhängig davon, was er bereits gesehen hat. Insofern ist jede Wahrnehmung in der Tat subjektiv.
        Habe noch einen angenehmen Sonntag
        Klausbernd

      • Lieber Klausbernd,
        dieses Thema ist natürlich ein weites Feld und beileibe nicht so langweilig wie das von Grass geschriebene. Kurz gesagt, ging es mir darum, dass wir immer mehr an eigener Sehqualität freiwillig aufgeben, zugunsten einer verflachten Darstellung der Wirklichkeit. Dieses Phänomen wird sich in nachfolgenden Generationen noch stärker zeigen, als es heute schon der Fall ist. Mit diesem flachen digitalen Sehen, verlieren wir nicht nur, wie du so schön schreibst, „die Grammatik der Wahrnehmung“, wir verlieren langfristig die Schrift, vielleicht eine ganze Sprache. Ui, das klingt jetzt aber dramatisch;) Aber nehmen wir einfach mal die Fotografie. Ein S-W- Bild. Durch einen einmaligen physikalisch-chemischen Prozess, wird eine Sekunde der Wirklichkeit abgebildet. Ein nicht wiederholbarer Vorgang, der für alle Ewigkeit auf einen Schnipsel Film gebannt ist. Dieses Stück Film oder ein Abzug davon, ist eine Sekunde einer Wirklichkeit und ist gleichzeitig Wirklichkeit, wir können sie anfassen, sie ist real vorhanden. Ein digitales Bild entzieht sich dieser greifbaren Wirklichkeit und entwirft stattdessen einen kryptografischen Datensatz, eigentlich ist gar kein Bild mehr vorhanden, sondern nur noch Zahlen. Das ist natürlich ein sehr theoretisches Problem, aber wie ich meine, mit praktischen Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung und Sehverhalten. Es ist so, als würden wir schlecht gedruckte Zeitungsbilder mit der Wirklichkeit verwechseln. Wahrnehmungen lassen sich trainieren, aber wenn man permanent Pizza futtert, kann man ein genussvolles Essen nicht mehr wirklich genießen.
        Mir fällt gerade auf, dass bei der Länge des Textes, mein anfangs geschriebenes „kurz gesagt“ wohl eher ironisch zu verstehen war, obwohl ich es ganz ernst gemeint hatte, anfangs jedenfalls;)
        In diesem Sinne, permanentes Bildschirmglotzen schadet der Sehgesundheit!
        Liebe Grüße

      • Klausbernd sagt:

        Lieber HHH
        solche Diskurse machen für mich das Bloggen bloggenswert. Denn auch hier geht ja das Gespenst der Verflachung um, indem oft die Kommentare sich durch einen Flachsinn inhaltsloser Textbausteine ausdrücken. Man leistet sich nicht mehr den Luxus der Auseinandersetzung, was ein Eingehen auf den anderen voraussetzt, es ist der Tod der Kommunikation.
        Ich lese gerade von David Hockney und Martin Gayford „A history of pictures“, wo ich auf eine interessante Idee stieß. Eine Fotografie ist eine unnatürliche Vereinfachung der Perspektive, da sie nur eine Perspektive, eine eindimensionale Perspektive, widerspiegelt. Das menschliche Auge ist dagegen ständig in Bewegung und sieht multiperspektivisch und dazu kommt noch, dass wir mit 2 Agen sehen. Mit der fotogafischen Perspektive erstarrt die Zeit noch mehr und, um als ‚gute Deutsche‘ mal wieder Goethe zu zitieren, man ist des Teufels, wenn man den Augenblick festhalten möchte.
        Das digitale Bild ist dann durch seine Abstraktheit jeder Sinnlichkeit beraubt. Wie du so treffend schreibst, es hat nicht einmal mehr haptische Qualität.
        Diese Entwicklung zur Eindimensionalität scheint unserem Zeitgeist innezuwohnen und so brauchen wir die Kunst, um uns davon zu befreien oder überhaupt erst einmal ein Bewusssein darüber zu wecken. Dina und ich waren gerade in der TATE in St Ives/Cornwall. Wie gut das tut, wie heilsam es ist, sich mit zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen, die mir ein Gegengewicht zu dieser Verflachung zu bieten scheint.
        Mit ganz lieben Grüßen vom vor dem prasselnden Feuer, the real thing,
        Klausbernd

      • Lieber Klausbernd,
        obwohl ich Goethe nicht sonderlich mag, kann ich doch nicht leugnen, dass er auch ein paar universelle Weisheiten zu Papier gebracht hat. Gut, er hat ja auch genug geschrieben … Es ist natürlich klar, dass wir keinen realen Augenblick festhalten können. Das ist auch nur eine Metapher für ein wiederholbares oder abrufbares Erleben, das wir uns gerne für alle Zeit sichern würden. Ein Hilfsmittel des Erinnerns ist seit je her eben das fotografierte oder gemalte Bild. Ein Krückstock für unsere Erinnerung und ihr vergebliches Bemühen. Aber das will ich gar nicht unnötig vertiefen.
        Die fotografische Linse ist eben nur ein lückenhaftes Imitat des menschlichen Auges. Für mich wird das erstaunlich deutlich, wenn man die Fotografie in ein anders Medium, in meinem Beispiel in die Malerei, überführt. Man muss nur einmal die Bilder von amerikanischen Fotorealisten mit denen von spanischen Realisten (Antonio Lopez Garcia, Isabel Quintanilla z.B.) vergleichen. Dann sieht man den Unterschied zwischen der Wahrnehmung durch die fotografischen Linse, und der durch das menschliche Auge.
        Liebe Grüße

      • Klausbernd sagt:

        Lieber Dieter,
        herzlichen Dank für den Hinweis auf den Transfer vom Foto zur Malerei mit den Beispielen von amerikanischen und spanischen Realisten. Der Unterschied ist wirklich erstaunlich (und war mir nicht klar).
        Mit lieben Grüßen
        Klausbernd
        und der Rest der Fab Four of Cley

  • Maren Wulf sagt:

    Wenn etwas Farbe in die Wetter-Matsche dieses Winters zu zaubern vermag, dann deine äußerst vergnüglichen Gedanken (und die Bilder erst!!!) zu einem weithin unterschätzten Pupillen- und Seelen-Spektrum. 😉

  • Fantastisch!
    Unverwechselbar, „signiert und signifikant“.

  • emhaeu sagt:

    Grün ist des Lebens goldner Baum – da wird es nicht mehr lange dauern und das Programm wird fragen, ob mir nicht aufgefallen ist, dass ein goldener Baum nun mal nicht grün sein kann.

    • Grün und Gold lässt sich in der Regel ganz gut kombinieren, aber wie immer ist das Wichtigste die eigene Wahrnehmung, und da würde ich einem Programm nur bedingt vertrauen. Zumal der Nachbar schon alles ganz anders wahrnimmt;)

  • immer wieder grossartig!

  • derdilettant sagt:

    Vielen Dank für den sehr anregenden und informativen Artikel (und die schönen Bilder)! Ich möchte, in aller Bescheidenheit, zu bedenken geben, dass der Sinn des Winters, die Farbinformationen (ungefragt, wie Du so treffend bemerkst!) zu entziehen, darin besteht, sie im Frühling neu, und umso intensiver wiederentdecken zu können. Der Winter schärft unser Auge. Desgleichen die flachen Bildschirme, vor denen wir heutzutage alle sitzen: sie entziehen uns (temporär) etwas (Oberflächentiefe, Haptik), damit wir die physischen Objekte, die uns früher selbstverständlich waren, ganz neu entdecken können. Nicht umsonst machen sich allerorten „Gegenbewegungen“ bemerkbar, die weg von einer reinen Virtualität streben. Beste Grüße!

    • Dabei mag ich den Winter eigentlich sehr. Aber dass er das alles so ungefragt macht, finde ich schon sehr bedenklich. Mit meinem Lieblingskind, dem Schwarz-Weißen an der Hand, ist für mich der Unterschied zwischen den Jahreszeiten nicht so entscheidend, wenn ich durch sie spaziere. Der Rest ist Wetter (… und das gehört sowieso abgeschafft).
      Manchen muss man öfter klarmachen, dass es neben der virtuell digitalen Welt, auch eine sehr reale zum Anfassen gibt. Gut, die macht halt mehr Arbeit, … das mag halt auch nicht jeder;)
      Vielen Dank!

      • derdilettant sagt:

        „…und das gehört sowieso abgeschafft“ – nein! Wetter, und mit ihm das Prinzip „Wechsel“, ist das beste! – ketzerische Grüße!

      • Vielleicht hast Du recht. An diesen „Wechsel“ dachte ich bisher gar nicht. Ich werde nun in Ruhe darüber nachdenken und bis auf weiteres sämtliche Aktionen, die ich zum Zwecke der Abschaffung des Wetters auf den Weg brachte, einstellen. Soll das Wetter noch eine Chance bekommen.

      • derdilettant sagt:

        Große Erleichterung meinerseits – danke! (Ich fürchtete schon um mein Seelenheil ob der Perspektive einer 365tägig dauersengenden Sonne.)

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