Frisch also! Mutig an’s Werk!

22. Dezember 2017 § 27 Kommentare

„Friedrich Schiller“, Zeichnung: Dieter Motzel

„Frisch also! Mutig an’s Werk!“

So schrieb das Friedrich S., seines Zeichens Dichter und Denker. Denken ist heute nicht mehr so gefragt. Wir wollen nicht mehr Wissen, wir wollen uns einfach gut fühlen. Jetzt aber, Worte zum Jahreswechsel, mutig an’s Werk:

Einen ganz besonderen Dank gilt Otto R. aus K., der mir in einer Mail folgendes mitteilte: „ … den vielen Schundbildern in Ihrer Wochenschrift kann ich nur mit tiefem Abscheu begegnen! Sie sollten mehr fotografierte Urlaubsbilder zeigen und vor allem Metropolen, das würde Ihnen sicherlich weiterhelfen!“

Die vorweihnachtlich geschmückte Skyline einer Metropole (Holzhausen). Foto: dm

Eine kritische Mail erhielt ich von meiner Leserin Otto R. aus K.: „Lieber Herr Haushundhirschblog, es macht mich so traurig, dass ich bei Ihnen niemals süße Katzenbilder zu sehen bekomme. Sollte sich dieser Umstand bis zur Mitte des nächsten Monats nicht ändern, kann ich meine bis dato zahlreichen Besuche nicht mehr in der gewohnten Intensität aufrecht erhalten.“

Endlich, ein süßes Katzenbild! Zeichnung: Dieter Motzel

Nicht jede Zuschrift wahrte die notwendige Distanz, so fand ich die Mail der Leserin Otto R. aus K. ein wenig übergriffig: „Du stinkendes Männerarschgesicht, wenn du weiterhin auf Gendersternchen und Binnen_I verzichtest, melde ich dich bei me#too …“

Tief beeindruckt und eingeschüchtert bleibe ich hier eine Antwort schuldig. Dass es auch anders geht, zeigt der Leser Otto R. aus K.: „Howdy, ich bin der Otto aus K, meinst de net, Du könntest mal was politisches mache, son bissi komischer Comic halt?“

Stammt noch aus der Zeit vor der Wahl. Zeichnung: Dieter Motzel

„Mir fehlt einfach die persönliche Note“, schrieb mir der Besucher Otto R. aus K., „… um eine Verbundenheit zum Leser herzustellen, ist das zwingend notwendig. Wie wäre es mit einem Selfie, oder mal das Mittagessen fotografieren und schreiben, dass es köstlich geschmeckt hat …“

Meine Lieblingsspeise: Lange Nudeln mit Tomatensoße und so kleinen Brocken. Zeichnung: Dieter Motzel

Eine weitere Zuschrift erhielt ich von einem Kenner der Szene. Otto657 (Ich nehme an, das ist ein Pseudonym). Er schreibt: „Ich denke, du bist ein Künstler, da rennen doch ständig die Weiber ein und aus. Warum werden dann so wenig nackige eingestellt?“ Eine gute Frage, Otto657.

Für Otto657! Zeichnung: Dieter Motzel

Der Leser Otto R. aus K. lässt seiner Missbilligung freien Lauf: „Eine Welle der Empörung erschütterte mich und anschließend meine Frau, als ich ihr davon berichtete. Wie konnten Sie nur die Serie Absurd nach nur 5 Folgen einstellen. Dürfen Sie das überhaupt?“

Zeichnung: Dieter Motzel

Absurd 6

Aus heutiger Sicht mag man es kaum Glauben, dass über viele Jahrhunderte die Welt flach und eckig war. Erst im Jahr 1457 machte der venezianische Limonadenverkäufer und Hobbyforscher Sandro Pallavese mit einer einfachen Versuchsanordnung die erstaunliche Entdeckung, dass die Welt rund und an den Rändern unscharf ist. Unzählige Reisende scheiterten vorher mit ihrem Versuch, die Welt zu umecken. Erst durch die Forschung von Pallavese wurde die erste Weltumrundung durch Ferdinan Magellan ermöglicht.

Foto: dm

Glücklicherweise erhielt ich über das Jahr verteilt nur 7 Zuschriften. Deshalb kann ich nun mit dem besinnlichen Teil und den Danksagungen beginnen. Wie Ihr vielleicht bemerkt habt, ist Euch vieles erspart geblieben, dafür müsst Ihr Euch auch nicht bei mir bedanken. Wenn es nach mir ginge, hätte ich vermutlich schon keine Leser mehr. Das Schlimmste verhindert hier mb (vielen noch aus den Anfangstagen des Blogs bekannt, heute fast nur noch auf Instagram zugange). Sie ist aber noch hier und sitzt gewöhnlich mit durchgeladener Waffe, die auf meinen Kopf gerichtet ist, hinter mir, um gegebenenfalls mit dem nötigen Nachdruck das ein oder andere zu verhindern, das unseren Blog ins völlige Abseite manövrieren würde. Unser herzlicher Dank gilt allen Besuchern, die uns treu übers Jahr begleitet haben. Wir wünschen Euch geruhsame und entspannte Feiertage und für den Jahreswechsel mitsamt neuem Jahr alles erdenklich Gute! … und passt auf, dass Euch kein Baum erschlägt, … es passiert soo viel …

dm und mb

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Weihnachtswunder

14. Dezember 2017 § 12 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Naturbetrachtung

11. Dezember 2017 § 5 Kommentare

Foto: dm

Einem inneren Leidensdruck entsprang das Gestische, großflächig.

Informel, die Putzkraft: „Ist Kunst, oder kann weg?“

Ich, mit großzügiger Geste: „Kann weg!“

dm

Foto: dm

Absurd 5

14. November 2017 § 13 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Absurd 5

Es erstaunte ihn wirklich sehr, dass sein neues Werk zu einem Publikumsmagneten wurde. Wo immer er es bisher ausstellte, es bildete sich schnell eine lange Besucherschlange. Er dachte, dass es nun an der Zeit sei, den Eintrittspreis moderat zu erhöhen, bevor seine Skulptur „der Blick in die Röhre“ ihren endgültigen Platz am neuen Berliner Flughafen finden wird.

dm

Absurd 4

12. November 2017 § 8 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Absurd 4

Einige Franzosen beobachtete er beim Fliegen und war wenig begeistert. Überschläge und wildes Rudern mit den Armen machen noch keinen guten Flug aus, aber trotz allem, Respekt vor der Leistung, und wirklich, die Abstürze waren sehr elegant, typisch französisch eben. Dass es beim Fliegen alleine auf die Kontrolle des dreidimensionalen Luftraumes ankam, war ihm schon lange klar. Erst die Entwicklung seiner Brille mit vier Augengläsern brachte einen wirklichen Durchbruch und damit die Voraussetzung für einen sicheren Flug. Gleichzeitig konnte er nun den oberen und unteren Luftraum kontrollieren und durch ein einfaches Drehen des Kopfes die verbliebenen seitlichen Richtungen im Auge behalten. So, und nur so, haben Raubvögel keine Chance. Denn eines ist klar, bei allem Können würde er nie die Schnelligkeit und Wendigkeit eines Sperlings erreichen.

dm

Absurd 3

10. November 2017 § 9 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Absurd 3

Es war ein Versehen, zu unbekannter Jahreszahl, als einem der Götter das Licht zu Boden plumpste. Für eine kurze Zeit vertrieb es die Dunkelheit aus der Niederung. Ein Anblick des Schreckens offenbarte sich und ließ alles Leben erstarren. Mensch, Erna, hol doch mal den Staubsauger, das is ne schöne Scheiße hier unten.

dm

Absurd 2

8. November 2017 § 6 Kommentare

Zeichnung: Dieter Motzel

Absurd 2

Als das schwarze Brett in den Urlaub aufbrach, schleppte es 37 Telefonnummern mit, die gar nicht verreisen wollten. Was aus den armen Telefonnummern wurde, weiß nur das schwarze Brett.

dm

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