Lewis, Alice und ich

14. Februar 2017 § 4 Kommentare

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Alle Zeichnungen: Dieter Motzel

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Rudyard, Mowgli und ich

5. Februar 2017 § 26 Kommentare

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Alle Zeichnungen: Dieter Motzel

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Emily, Charlotte und ich

31. Januar 2017 § 18 Kommentare

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Alle Zeichnungen: Dieter Motzel

Oscar, Dorian und ich

24. Januar 2017 § 8 Kommentare

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Alle Zeichnungen: Dieter Motzel

Das gestohlene Ohr

14. Januar 2017 § 22 Kommentare

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Zeichnung: Dieter Motzel

Lesedauer: 1 Minute, 23 Sekunden.

Mein Tipp an Selbstoptimierer: Findet den Fehler, dann erreicht ihr ein neues Level.

Tut mir echt leid

11. Januar 2017 § 4 Kommentare

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Zeichnung: Dieter Motzel

Tut mir echt leid

Sturmtief Dieter überquert heute Deutschland von Nordwest nach Südost und sorgt für großflächige Unwetterwarnungen. Sorry!

Unliebsame Geschenke

3. Januar 2017 § 11 Kommentare

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Zeichnung: Dieter Motzel

Unliebsame Geschenke

Das Jahr fängt gut an.

Es ist sehr schwer an eine gut erhaltene Moorleiche heran zu kommen. Das liegt natürlich auch daran, dass ein ordentliches Moor nicht gerade eine Landschaftsform ist, die man an jeder Ecke vorfinden kann. Hier in der Gegend sind zum Beispiel keine nennenswerten Moore zu finden, und der einzige Sumpf, der mir bekannt ist, ist eine kleine Kneipe, in der Alkoholleichen anzutreffen sind, aber keine Moorleichen. Für Menschen, die noch ein wenig ungeübt im Umgang mit Leichen sind, ist eine Alkoholleiche natürlich einfacher zu handhaben, weil der konservatorische Aufwand relativ gering ist. Eine Moorleiche dagegen erfordert einen Fachmann, oder zumindest einen ganzen Mann.

Ich kann wirklich nicht sagen, wie diese Moorleiche zu mir kam. Es geschah aus heiterem Himmel (nein, in Wahrheit war der Himmel schon seit Tagen grau), und schon alleine wegen der Kürze der Zeit, die wir bisher zusammen verbrachten, konnte ich bisher noch keine bedeutsame Beziehung zu ihr aufbauen. Sie schweigt zudem, gut, das ist nicht verwunderlich bei Leichen, aber es gibt ja durchaus auch beredsames Schweigen. Das Schweigen war hier einfach nur Schweigen. Die Leiche hat mir nichts mitzuteilen, und offen gestanden meide ich auch ein wenig den Blickkontakt, weil ich es als unangenehm empfinde, tote Augenhöhlen nach Mitteilungen abzusuchen. Wie auch immer, ich habe eine Moorleiche an der Backe und keine Ahnung, wer sie mir untergeschoben hat. Man kennt das ja nur zu gut aus Kriminalgeschichten. Plötzlich taucht eine Leiche in unmittelbarer Umgebung auf, ohne dass man groß in die Sache involviert gewesen wäre. Ja, eigentlich war man sehr weit von den Ereignissen entfernt, die zum Umstand des Ablebens besagter Leiche führten, und in der Regel handelt es sich auch um eine wildfremde Person. Es nutzt nichts. In solchen Geschichten liegt die Leiche eben im eigenen Bett, oder findet sich in der Truhe im Flur, in der eigentlich Omas Erbschaft eingemottet ist. Bei manchen saß sie auch schon im Auto, vorne hinterm Lenkrad, als gedächte sie noch einmal schnell durchzustarten. Oder sie lag im Kofferraum, gut verschnürt. Krimimäßig geschult weiß man natürlich sofort, dass eine zufällige Leiche mindestens genau so viel Ärger bereitet, wie eine eigenhändig beschaffte. Die eigenhändig beschaffte Leiche hätte natürlich den unschätzbaren Vorteil, dass hinter ihr ein Plan stehen würde, dem man folgen und den man umsetzen könnte. Schritt für Schritt. Eine gefundene Leiche bedeutet dagegen pure Improvisation, und dies ist nun einmal nicht Jedermanns Sache. Ein fester Plan ist immer vorzuziehen.

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Zeichnung: Dieter Motzel

Nimmt der Ärger erst mal seinen Lauf, dann gibt es kein Halten mehr, und natürlich auch kein zurück. Fragen tauchen auf, Fragen werden gestellt. Vorwärts, rückwärts, nichts als Fragen, die kaum sinnvoll zu beantworten sind, ohne zu weiteren Fragen zu führen. Und natürlich zu den Fallen, die aufgestellt wurden. Fangfragen, in denen sich der harmloseste Zeitgenosse verheddert. Am Ende ist das Innerste nach Außen gekehrt und man gesteht aus purer Erschöpfung wahllos Schandtaten, die man nie begangen hat. Ja, ja, ja, ich gestehe alles, aber gebt mir jetzt bitte einen Schluck Wasser. Natürlich auch Morde, zufällige, die man quasi im Vorbeigehen beging und solche aus Heimtücke. Das alles dient nicht immer der Wahrheitsfindung. Aber was soll man auch schon zur Wahrheit beitragen können, wenn man noch nicht einmal die Leiche kennt, die in der eigenen Küche gefunden wurde, geschweige denn den, der sie dorthin verbrachte. Auf verlorenem Posten ist man mit seiner Leiche, wenn sich während der Ermittlung herausstellen sollte, dass diese Leiche sehr wohl einen persönlichen Bezug zum Finder hat. Beispielsweise handelt es sich um den Jugendfreund der Großtante einer kürzlich verstobenen Cousine. Nun folgt die pure Erklärungsnot, die dadurch nicht glaubhafter wirkt, indem man beteuert, und zwar hoch und heilig beteuert, niemals dieser Person begegnet zu sein, bevor man sie tot am eigenen Küchentisch sitzend antraf. Ist ein solcher Punkt erreicht, ist die Zeit für Schwarzmalerei gekommen. Dem ein oder anderen mag dann auch beten helfen können.

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Zeichnung: Dieter Motzel

Schwarz malt sich auch der Schatten meiner Moorleiche an den hellen Wänden des Zimmers ab. Ich wuchtete sie in eine stille Ecke, möglichst weit von meinen normalen Wegen durch die Wohnung. Wenn die Leiche schon durch ihre Anwesenheit stört, will ich sie wenigsten nicht ständig vor Augen haben. In meinem Keller sind schon andere Leichen gestapelt, dort lässt sich beim besten Willen kein freies Plätzchen mehr finden. Zumal die Aufbewahrung einer Moorleiche in einem Wohnraum eine große Herausforderung ist. Als Standfigur ist sie nur bedingt geeignet, eigentlich nur, wenn noch genug Moor drum herum ist. Die Stabilität im allgemeinen lässt zu wünschen übrig, weil jede gängige Moorleiche quasi entkernt ist. Im sauren Mikroklima eines Moores lösen sich die mineralischen Anteile der Knochen auf, während die Weichteile unter Sauerstoffabschluss gegerbt werden. Das muss man aber nicht zwingend wissen, so lange man mit dem Innereienmatsch in der Wohnung zurechtkommt. Rein theoretisch ist es natürlich auch möglich, die Moorleiche zu falten, oder auf einem Kleiderbügel zu den Anzügen im Kleiderschrank zu hängen. Allerdings spricht die Geruchsentwicklung gegen diese Art der Aufbewahrung. Ich denke, wenn man die Moorleiche in Plastikfolie einschweißt, sollte es möglich sein, sie über einen Zeitraum ohne größere Geruchsbelästigung lagern zu können. Möglicherweise wäre der Kühlschrank auch ein geeigneter Ort, vorausgesetzt es gelingt eine platzsparende Faltung. Eine Perforation an den zur Faltung vorgesehenen Stellen könnte dabei hilfreich sein. Seitdem ich erkannt habe, dass die Welt voller Wunder ist, habe ich einige davon in meinem Kühlschrank eingelagert. Entsprechend knapp ist der Platz bemessen. Da Wunder keine Verfallsdaten haben, kann ich nicht sagen, dass ein großes Kommen und Gehen den Kühlschrankinhalt bestimmt. Eher ist es ein Kommen. Mit ein bisschen Glück werde ich sicher auch im neuen Jahr auf ein paar Wunder treffen. Insgeheim hoffe ich mehr auf kleine Wunder, solche in überschaubarer Größe, damit sie im Kühlschrank noch ihren Platz finden.

dm